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Schutzstaffel der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, kurz Schutzstaffel (SS), war die Bezeichnung der einstigen Leibwache des nationalsozialistischen Diktators Adolf Hitler.

Die NS-Organisationen gehören in der Bundesrepublik Deutschland zu den verfassungswidrigen Organisationen im Sinne von § 86 Strafgesetzbuch (StGB). Ihre Symbole und Kennzeichen, dazugehören auch Uniformteile, unterliegen dem Verbreitungsverbot nach § 86a StGB.

Geschichte Bearbeiten

Vorgeschichte Bearbeiten

Die Geschichte der SS reicht bis ins Jahr 1921 zurück, als sich Hitler aus ausgewählten Angehörigen der Sturmabteilung (SA) eine persönliche Leibwache zulegte. Aus dieser ging in der Folgezeit der Stoßtrupp "Adolf Hitler" hervor. Nach dem missglückten Hitlerputsch vom 8. und 9. November 1923 wurden infolgedessen die NSDAP und ihre Organisationen verboten und aufgelöst.

Gründung der SS und die SA-Oberherrschaft Bearbeiten

Im Februar 1925 wurde die NSDAP wieder als Partei zugelassen und bereits am 1. April erhielt Hitlers Chauffeur Julius Schreck von Hitler den Auftrag, für diesen erneut eine persönliche Leibgarde aufzustellen. Deren Hauptaufgabe sollte der Schutz Adolf Hitlers und eine auserwählte Elitetruppe der Partei sein. Ihr Mannschaftsbestand wurde auf 10 % des SA-Mannschaftsbestandes angesetzt und es wurden nun landesweit sogenannte Zehnerstaffeln errichtet, die aus 10 SS-Angehörigen und einem Offizier bestanden. Für die Hauptstadt Berlin wurde festgelegt, dass die dortige SS aus zwei Zehnerstaffeln bestehen sollte. Am 9. November 1926 wurde die SS auf dem Reichsparteitag der NSDAP offiziell der Sturmabteilung unterstellt.

Die SS unter Heinrich Himmler Bearbeiten

Seit dem 6. Januar 1929 war Heinrich Himmler als Reichsführer-SS eingesetzt worden. Himmler war bestrebt, sich von der SA-Oberherrschaft zu lösen und die SS als eigene NS-Organisation zu etablieren. So begann Himmler zielstrebig die SS, die Anfang 1929 nur aus 280 aktiven SS-Mitgliedern bestand, auszubauen. Ende des Jahres 1929 konnte in der SS das tausendste Mitglied verzeichnet werden. Ende 1932 hatte die SS bereits 52.000 und Ende des Jahres 1933 rund 204.000 Mitglieder. Die SS galt seit einem Führerbefehl Adolf Hitlers vom 7. November 1930 als interne Parteipolizei, deren Aufgabe nun offiziell die "(…) Ausübung des Polizeidienstes innerhalb der Partei" war. Im Gegensatz zur konkurrierenden SA waren die Mitglieder der SS Adolf Hitler absolut ergeben. Bereits 1931 gab Himmler eine Verfügung heraus, dass SS-Männer für ihre Heirat nun eine Heiratsgenehmigung beantragen mussten und das ihre zukünftigen Ehefrauen durch das neu geschaffene SS-Rasseamt streng überprüft werden sollten. Dadurch solle sichergestellt werden, dass die SS im Sinne der "nationalsozialistischen Rassekunde" eine "rassische männliche Auslese" verbunden durch die "erbgesunde deutsche Sippe nordisch-bestimmter Art" darstelle. Die SS-Angehörigen wurden verpflichtet, ihre Herkunft durch einen sogenannten Ariernachweis nachzuweisen. Einfache SS-Männer und -Unterführer benötigten den sogenannten kleinen Ariernachweis (bis 1800) und SS-Führer mussten ihre Vorfahren mit dem großen Ariernachweis (bis 1750) nachweisen. Die SS begann auch 1931 mit dem "Id-Dienst" einen parteieigenen Nachrichtendienst aufzustellen, aus diesem ging etwas später der Sicherheitsdienst des Reichsführer-SS hervor.

Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung am 30. Januar 1933 wurden neben der SA auch rund 15.000 SS-Männer bewaffnet und als Hilfspolizisten eingesetzt. Diese errichteten private Gefängnisse, die zu den Vorläufern der späteren Konzentrationslager wurden. Bereits im März 1933 wurde in Dachau bei München das erste offizielle KZ errichtet, das von der SS Eigenbetrieben wurde und zum Musterlager und Vorbild aller anderen Konzentrationslager erhoben wurde.

Die SS als eigenständige NS-Organisation Bearbeiten

Nach dem sogenannten "Röhmputsch" (1934) wurde die SS am 20. Juli 1934 de jure aus der SA-Vormundschaft entlassen, nachdem Teile von ihr sich aktiv an der Ermordung der SA-Führungsspitze beteiligten. Diese SS-Teile waren der damalige SS-Wachsturmbann "Oberbayern" unter Theodor Eicke und die 1. und 2. Schützenkompanie der Leibstandarte-SS "Adolf Hitler".

Am 23. August 1934 wurde die interne SA-Dienststellung Reichsführer-SS, die in wesentlicher Funktion als oberster SS-Verwaltungsführer innerhalb der Reichsführung SA galt, als offizieller SS-Dienstgrad eingeführt und taggleich die Allgemeine SS de facto aus dem Zuständigkeitsbereich der SA entlassen.

Heinrich Himmler war nun in der Funktion eines Reichsleiters SS nunmehr Adolf Hitler allein verantwortlich und begann, die SS gezielt als oberste Terrororganisation des Dritten Reiches zu etablieren. Mit der Ernennung zum Reichsleiter hatte Heinrich Himmler nun von Adolf Hitler offiziell den Auftrag erhalten, aus der SS eine Elitetruppe der Partei zu machen. Die SS sollte nun eine Gruppierung werden, die Hitlers Befehlen absolut Folge zu leisten hatte. Himmler selbst forderte die SS auf, dass diese Parteiorganisation als NSDAP-Elite ein "nationalsozialistischer, soldatischer Orden nordisch bestimmter Männer" sein sollte, der "bedingungslos jeden Befehl befolgt, der vom Führer kommt."

Gründung SS-Verfügungstruppe, der SS-Wachverbände und die Einbindung der deutschen Polizei in die SS Bearbeiten

Seit Frühjahr 1933 war Himmler die Bayrische Landespolizei unterstellt und er eröffnete in der Nähe der Stadt Dachau das erste von der SS betriebene Konzentrationslager. Die dortige Wachmannschaft wurde von der bayrischen Landespolizei bewaffnet. Doch war diese Bewaffnung illegal, da für diese keinerlei Rechtsgrundlagen bestanden.

Im Zuge des "Röhm-Putsches" gestattete Adolf Hitler noch am 24. September 1934 dem SS-Reichsführer offiziell die Aufstellung bewaffneter SS-Verbände. Diese sollten unter der Bezeichnung SS-Verfügungstruppe aus den bisherigen Politischen Bereitschaften der SS und aus Teilen der SS-Leibstandarte gebildet werden. Als weitere bewaffnete SS-Formation wurden auch die SS-Wachverbände der Konzentrationslager anerkannt. Diese sollten im Kriegsfall als Verstärkung der SS-Verfügungstruppe dienen. Alle SS-Angehörigen waren persönlich auf Adolf Hitler vereidigt. Um einen Konflikt mit der Reichswehrführung zu vermeiden, wurden die bewaffneten SS-Verbände durch den Polizeietat finanziert und dadurch de jure von der Allgemeinen SS getrennt.

Seit Winter 1933 bzw. Anfang 1934 waren Heinrich Himmler alle politische Polizeien des Reiches unterstellt. Diese wurden von Himmlers Stellvertreter Reinhard Heydrich, dem Chef des SS-Sicherheitsdienstes, zentral gelenkt. Der SS-Sicherheitsdienst war auch in die Geheime Staatspolizei eingebunden. Im Jahr 1936 wurde Himmler nun von Adolf Hitler der gesamte Polizeiapparat in Deutschland unterstellt. Damit trug der SS-Chef den offiziellen Titel Reichsführer-SS und Chef der Deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern. Damit war die deutsche Polizei als staatliches Organ rechtlich in die NS-Kampforganisation SS aufgegangen. Damit kontrollierte Himmler die deutsche Bevölkerung und die SS wurde zielstrebig zum obersten und einflussreichsten Unterdrückungsapparat in Deutschland ausgebaut.

Seit dem 7. Oktober 1939 war SS-Reichsführer Heinrich Himmler durch einen Führererlass mit der Rückführung der zahlreich im Ausland lebenden Reichs- und Volksdeutschen ins Dritte Reich zuständig.

Die Bildung der SS-Hauptämter und die SS als Terrororganisation sowie als Erfüllungsgehilfe Hitlers bei der Vernichtung des europäischen Judentums Bearbeiten

Die Himmler-Dienststelle Reichsführer-SS und Chef der Deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern wurde nun in verschiedene SS-Hauptämter aufgeteilt, deren Anzahl stetig ausgebaut wurde. 1943 bestanden dreizehn SS-Hauptämter und bei Kriegsende noch zwölf. Die Gesamtheit aller Hauptämter bildete nun die sogenannte Reichsführung-SS.

Die Polizei wurde so zum einen in die Ordnungs- und zum anderen in die Sicherheitspolizei getrennt und war damit entsprechend den entsprechenden Hauptämtern (Hauptamt Ordnungspolizei, Hauptamt Sicherheitspolizei) unterstellt. Das Hauptamt der Sicherheitspolizei war seit dem 24. September 1939 mit der Gestapo und dem SS-Sicherheitsdienst eng verwoben und bildete das Reichssicherheitshauptamt. Vor allem dieses bildete das Rückgrat der nationalsozialistischen Unterdrückungspolitik. So konnte dieses Hauptamt jeden Menschen, der in Verdacht stand, in Opposition mit den Machthabern zu stehen, in Schutzhaft nehmen. Diese "Schutzhaft" bestand aus der Einweisung in eines der bestehenden Konzentrationslagern, ohne das zuvor ein Gerichtsverfahren stattgefunden bzw. eine richterliche Verfügung dafür bestand. Auch hatten sogenannte Schutzhaftbefohlene keinerlei Berufungsmöglichkeit gegen diese Einweisung.

Nach dem Kriegsbeginn im September 1939 wurde das System der Konzentrationslager, welches nach der Ausschaltung der konkurrierenden SA nun ausschließlich der SS unterstand, massiv ausgebaut. Wurden in ihnen schon in der Vorkriegszeit zahlreiche Verbrechen begangen, so wurden die KZ nun systematisch in die Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten eingebunden. Die KZ in der Zeit des Zweiten Weltkrieges wurden zum Ausbau der SS-eigenen Wirtschaftsunternehmen eingesetzt. So waren ab 1940 alle bestehenden Konzentrationslager zu einem einheitlichen Wirtschaftsunternehmen zusammengefasst und unterstanden einem SS-Hauptamt, welches den Namen SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt trug.

Die Konzentrationslager waren in zwei Sparten eingeteilt. Zum einen gab es die klassischen KZ, die ihre Insassen zahlreichen Wirtschaftsunternehmen gegen eine "Entleihungsgebühr" zur Zwangsarbeit ausliehen. Dort wurde die von den Nationalsozialisten geplante Ausrottung des europäischen Judentums (sogenannte Endlösung der Judenfrage) und anderer "minderwertiger Rassen" durch die sogenannte Vernichtung durch Arbeit vollzogen. In ihnen erfolgten Selektionen, das heißt, bei neu angekommenen Häftlingen wurde auf der Bahnrampe durch einen anwesenden SS-Arzt entschieden, ob ein Häftling arbeitstauglich war oder nicht. Häftlinge, die für nicht arbeitstauglich befunden wurden, wie beispielsweise Alte und Kranke wurden sofort nach der Selektion in die Gaskammer geführt und ermordet. Das betraf auch zahlreiche Mütter mit ihren Kindern, welche noch im Kleinkindalter waren. Daneben bestanden zahlreiche Vernichtungslager, die ähnlich wie die KZ aufgebaut waren und ebenfalls der SS unterstanden. Ihre primäre Aufgabe war die Ermordung ihrer Insassen. Jedem Konzentrations- und Vernichtungslager unterstanden eine Anzahl Nebenlager, die offiziell als Arbeitslager tituliert wurden und in denen die gleichen tödlichen Bedingungen herrschten. So gab es zwischen 1940 und 1945 offiziell nur 20 Konzentrationslager, denen etwa 165 Arbeitslager angeschlossen waren.

Durch ihr System der Konzentrationslager war die SS ab 1939 das Hauptausführungsorgan des von der NS-Führung beschlossenen Völkermordes an den Juden und anderen als "minderwertig" angesehenen Ethnien und Minderheiten. Die ihr unterstehenden Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD folgten der Wehrmacht mordend durch Polen und die Sowjetunion.

Mitgliederstand gegen Kriegsende Bearbeiten

Im Oktober 1944 zählte die Gesamt-SS rund 840.000 Mitglieder und die Waffen-SS umfasste im Dezember 1944 insgesamt rund 950.000 Mann.

Auf die Allgemeine SS entfielen rund 430.000 Personen, die ihren SS-Dienst unentgeltlich in ihrer Freizeit ableisteten und die für einen direkten Kriegsdienst zu alt waren oder die auf "unabkömmliche" Posten in Verwaltung, der Polizei und der Feuerwehr saßen. Der Großteil von ihnen wurde Ende 1944 zum Volkssturm einberufen. Zu diesen kamen noch einmal rund 400.000 Reichsdeutsche, die als Soldaten in der Waffen-SS dienten und de jure der Allgemeinen SS angehörten, da sie von Heinrich Himmler eine SS-Nummer verliehen bekommen hatten. Rund 10.000 SS-Führer waren von der Allgemeinen SS zu den SS-Hauptämtern abkommandiert, die dort der Waffen-SS unterstellt waren. In der Waffen-SS dienten außer den Reichsdeutschen auch rund 310.000 Volksdeutsche und um 200.000 Freiwillige aus den europäischen Ländern und zum Teil aus dem Kaukasus, Russland und aus Zentralasien.

Verurteilung der SS als verbrecherische Organisation Bearbeiten

Nach Kriegsende (Mai 1945) wurde die Gesamt-SS wie alle anderen NS-Organisationen verboten. Bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen (1946) wurde die Gesamt-SS einschließlich ihres Nachrichtendienstes und der bewaffneten Verbände zur verbrecherischen Organisation verurteilt.

Siehe auch Bearbeiten

Literatur Bearbeiten

  • Hilde Kammer und Elisabet Bartsch: Jugendlexikon Nationalsozialismus. Begriffe aus der Zeit der Gewaltherrschaft 1933—1945, Rowohlt Taschenbuch Verlag, 1. Auflage September 1982, ISBN 3-499-16288-1


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