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SS-Wachverbände, kurz SS-WV, bezeichnet jenen Teil der SS, der im Februar 1933 als Teil der sogenannten SS-Hilfspolizei bewaffnet und ausschließlich mit der Bewachung der neu eingerichteten Konzentrationslager beauftragt wurde. Die SS-Wachverbände waren kaserniert und nach militärischen Gesichtspunkten strukturiert. Der Dienst in den SS-Wachverbänden galt als "Ableistung des SS-Dienstes" und ihre Angehörigen wurden dementsprechend geschult.

Geschichte Bearbeiten

Vorgeschichte Bearbeiten

Als die Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 die Macht ergriffen hatten, begann deren Führer Adolf Hitler rund 15.000 Mann der SS durch die Polizeibehörden mit Handfeuerwaffen bewaffnen zu lassen.[1] Die SS begann, eigene Gefängnisse und Sammellager zu betreiben, die zu den Vorläufern der späteren Konzentrationslager wurden. Diese SS-Angehörigen wurden zusätzlich mit Gewehren und Schnellfeuerwaffen ausgestattet. Als offizielle "Hilfspolizisten" wurden sie durch den Polizeietat der deutschen Länder finanziert.

Bildung der SS-Wachtruppen Bearbeiten

In Bayern wurde 1933 der Reichsführer-SS Heinrich Himmler in Mündchen zum kommissarischen Polizeipräsidenten ernannt und er begann das erste von der SS betriebene KZ aufzubauen. In Dachau bei München übernahm Himmlers SS eine alte Pulver- und Munitionsfabrik und errichtete dort am 22. März 1933 das KZ Dachau. Erster Kommandant wurde Hilmar Wäckerle, der dort die SS-Wachtruppe "Oberbayern" führte. Wäckerle wurde bereits im Juni 1933 durch den SS-Oberführer Theodor Eicke abgelöst. Dieser entließ rund die Hälfte des damals 120 Mann starken Personals und ergänzte das entlassene Personal mit Mitgliedern der Allgemeinen SS, die sein volles Vertrauen hatten.

Nach dem sogenannten Röhm-Putsch im Sommer 1934 wurden die von der SA betriebenen KZ geschlossen und dieser Bereich ging in den alleinigen Bereich der SS über. Eicke wurden alle SS-Lagerwachen unterstellt und er reorganisierte diese bis März 1935 nach Dachauer Vorbild.[2] So bestanden im März 1935 folgende Einheiten:

  1. SS-Wachtruppe "Oberbayern" im KZ Dachau,
  2. SS-Wachtruppe "Ostfriesland" im KZ Esterwegen,
  3. SS-Wachtruppe "Elbe" im KZ Lichtenburg,
  4. SS-Wachtruppe "Sachsen" im KZ Sachsenhausen,
  5. SS-Wachtruppe "Brandenburg" im KZ Oranienburg und im Columbia-Haus und
  6. SS-Wachtruppe "Hansa" im KZ Hamburg-Fuhlsbüttel

De jure waren diese SS-Wachtruppen dem jeweiligen SS-Oberabschnitt der Allgemeinen SS unter- und den jeweiligen örtlichen Politische Bereitschaften zugeordnet. Doch Theodor Eicke konnte bei Heinrich Himmler durchsetzen, dass sie Wachtruppen de facto autonom innerhalb der Gesamt-SS agierten.

Reorganisation in SS-Wachsturmbanne Bearbeiten

Am 1. April 1936 nahm Theodor Eicke eine Reorganisation der SS-Wachverbände vor, indem er einen Wachverband im Zuge einer geplanten Vergrößerung einem Stammlager zuwies. So wurden aus den Wachverbänden folgende Sturmbanne gebildet:

  1. SS-Wachsturmbann I "Oberbayern" in Dachau,
  2. SS-Wachsturmbann II "Elbe" in Lichtenburg,
  3. SS-Wachsturmbann III "Sachsen" in Sachsenburg,
  4. SS-Wachsturmbann IV "Ostfriesland" in Esterwegen und
  5. SS-Wachsturmbann V "Brandenburg" in Oranienburg und Columbia-Haus.

Diese waren jetzt neben der Allgemeinen SS und der SS-Verfügungstruppe die dritte Gliederung der Gesamt-SS. Sie unterstanden ausdrücklich Himmlers persönlicher Verfügung und verfügten im März 1936 über 3.500 Mann. Sie wurden etwas später zu eigenständigen SS-Standarten zusammengefasst.

Verwendung im Zweiten Weltkrieg Bearbeiten

Mit der Errichtung der Vernichtungslager im Osten Europas wurde in diesen gleich den KZ SS-Wachsturmbanne aufgestellt, die nun nach den Lagern benannt wurden. So wie beispielsweise der SS-Totenkopfsturmbann KL Stutthof, der aus dem SS-Wachsturmbann "Eimann" entstanden ist. Im Verlauf des Zweiten Weltkrieges wurden das kriegsverwendungsfähige SS-Personal aus den Konzentrationslagern abgezogen und durch Zwangsdienstverpflichtete der Allgemeinen SS, des ehemaligen "Kyffhäuserbundes", alten SA-Mitgliedern und Soldaten der Waffen-SS sowie gegen Ende des Krieges durch Personal der Wehrmacht und der Luftwaffe ersetzt, die nicht mehr für den Fronteinsatz geeignet waren.

Siehe auch Bearbeiten

Anmerkungen Bearbeiten

  1. Die Grundlage dazu wurde am 28. Februar 1933 durch die "Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat" geschaffen.
  2. Theodor Eicke wurde im Dezember 1934 zum Inspektor der Konzentrationslager und der SS-Wachverbände ernannt, nachdem er noch im Juli des gleichen Jahres zum SS-Obergruppenführer ernannt worden war. 1938/39 erhielt er zusätzlich die Dienststelle Führer der SS-TV u. KL zugeteilt. Damit war Eicke zum einen als "Inspektor der Konzentrationslager und der SS-Wachverbände" Himmler direkt und zum anderen als "Führer der SS-Totenkopfverbände" dem SS-Hauptamt unterstellt.

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