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SA-Reiterstandarten (SA-RSt.), auch Reiterstandarten der Allgemeinen SA, umfassten alle berittenen Einheiten der Allgemeinen SA der NSDAP. Der Term "SA-Reiterstandarten" wurde am 23. August 1934 eingeführt. Zuvor wurden diese berittenen Einheiten als Reiter-SA bezeichnet.

Die Reiter-SA war zum einen der Inspektion der SA-Reiterei und zum anderen der Inspektion der SA-Reitschulen unterstellt. Beides waren Dienststellen im SA-Hauptamt. Die Mitgliedschaft in den Reiterverbänden war freiwillig und das Mitglied der Reiter-SA war von dem üblichen "SA-Dienst" befreit. Die berittenen SA-Einheiten standen seit August 1934 in direkter Konkurrenz zur "Reiter-SS". Seit März 1936 gehörte die Reiter-SA de jure dem Nationalsozialistischen Reiterkorps an, de facto agierte sie in diesem autonom.

Das öffentliche Zeigen der Uniform der Reiter-SA ist seit 1945 verboten. Die NS-Organisationen gehören in der Bundesrepublik Deutschland zu den verfassungswidrigen Organisationen im Sinne von §86 Strafgesetzbuch (StGB). Ihre Symbole und Kennzeichen, dazu gehören auch Uniformteile, unterliegen dem Verbreitungsverbot nach §86a StGB.

Geschichte Bearbeiten

Vorgeschichte Bearbeiten

Die NSDAP hatte schon in ihrer Frühzeit (1920) verschiedene berittene Einheiten. Diese Reitereinheiten entstammten einem Freikorps, das mit der NSDAP zusammenarbeitete und unterstanden in der Regel ehemaligen Kavallerie-Angehörigen der deutschen Streitkräfte des Ersten Weltkrieges. Nach dem missglückten "Hitlerputsch" (8./9. November 1923) wurden die berittenen Einheiten gleich der SA verboten und aufgelöst.

Bildung der ersten SA-Reiterstürme (1930) und Aufstellung der Reiter-SA (1933) Bearbeiten

Nachdem die NSDAP im Februar 1925 wieder zugelassen war, wurde im November desgleichen Jahres auch die Sturmabteilung reorganisiert. Die SA dehnte ihren Wirkungskreis in der Folgezeit auch in ländliche Gebiete aus, wo ein Teil der Bauernsöhne sich dieser anschlossen. So wurden erneut berittene Einheiten aufgestellt.

Mit einer gezielten Aufstellung der ersten SA-Reiterstürme begann man im Jahr 1930, als man vonseiten der SA begann mit verschiedenen Pferdezuchtbetrieben und Reitervereinigungen zusammenzuarbeiten. Die SA-Reiterstürme standen unter dem Oberbefehl des Obersten SA-Führers . Ursprünglich waren die berittenen Einheiten den Fußstandarten der SA zugeteilt.

Nach der sogenannten "Machtergreifung" Adolf Hitlers im Januar 1933 wurden die SA-Reiterstürme nun massiv ausgebaut. Mit der Eingliederung eines Teiles der bestehenden Pferdezuchtverbände in die Sturmabteilung wurden die SA-Reiterstürme nun militärisch organisiert. So war beispielsweise der spätere SS-Generaloberst Paul Hausser vor seinem Wechsel in die SS Standartenführer in der Reiter-SA. Mit der Eingliederung der Pferdezuchtverbände traten nun auch verstärkt Landwirte in die Reiter-SA ein. Diese sahen auf diesem Wege eine Möglichkeit, gutes Zuchtmaterial für ihre Pferde zu bekommen. Im Gegensatz zur Reiter-SS lag der Schwerpunkt der Reiter-SA hauptsächlich auf der Pferdezucht und weniger am Reitsport. Letzterer war ein Metier der Reiter-SS, deren Reiter 1937 beispielsweise alle innerdeutschen Reitturniere gewinnen konnten. 1936 gab der Adolf Sponholz Verlag das Buch "… reitet für Deutschland" heraus. Es beschreibt das Leben des 1934 durch einen Reitunfall verstorbenen SA-Oberreitführers Carl Friedrich Freiherr von Langen. Dieser gewann 1928 bei den Olympischen Spielen die Goldmediale und wurde dadurch später eines der prominentesten Mitglieder der Reiter-SA.

Das Führungspersonal, die SA-Gruppenreiterführer, wurden auf den sogenannten "SA-Gruppen-Reiterschulen" ausgebildet.

Aufgaben der Reiter-SA (1934—45) und Einstufung bei den Kriegsverbrecherprozessen in Nürnberg Bearbeiten

Seit August 1934 musste die Reiter-SA ihre wesentlichen Aufgaben an die Reiter-SS abtreten. So traten denn ausschließlich das Pferdezuchtprogramm und die militärische Vorausbildung seiner Mitglieder in den Vordergrund. Die Reiterstandarten der SA waren für die Betreuung der berittenen Einheiten der Hitlerjugend, der Reiter-HJ, zuständig. Seit 1936 waren die SA-Reiterstandarten aus der übrigen Organisationsstruktur der Sturmabteilung herausgelöst und dem Nationalsozialistischen Reiterkorps unterstellt. Nach dem Beginn des Zweiten Weltkrieges (1939) wurden die Mitglieder der Reiter-SA überwiegend in die Wehrmacht einberufen und dort vor allem in die Kavallerie-Einheiten eingesetzt.

Nach dem Ende des Krieges wurden die sogenannten "NS-Kampforganisationen" 1946 in Nürnberg angeklagt. Auf diesem Nürnberger Militärtribunal wurde die Reiter-SA als integraler Bestandteil der Gesamt-SA nicht als verbrecherische Organisation eingestuft und ihre Mitglieder, sofern diese sich nicht aktiv an Kriegsverbrechen beteiligten, freigesprochen.

Siehe auch Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

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