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Ostbelgien

Ostbelgien heute. Die Region um Kelmis bildete das ehemalige "Neutral-Moresnet.

Ostbelgien, auch Deutsch-Belgien oder Deutschbelgien, ist eine Region im Königreich Belgien.

Geschichte Bearbeiten

Der Begriff "Ostbelgien" ist heute vielfach mit dem Siedlungsgebiet der Deutsch-Belgier gleichgesetzt. Aus diesem Grunde wird der Term auch mit dem Begriff "Deutsch-Belgien" gleichgesetzt. Letzterer kam nach 1920 auf, als das Königreich Belgien nach dem Ersten Weltkrieg vom Königreich Preußen die Kreise Eupen und Malmedy sowie einen Teil des Kreises Monschau zugesprochen bekam. Dieses Gebiet umfasste 1.036 km² mit rund 60.000 Bewohnern und war zwischen 20 und 50 km breit. Es wurde amtlich als Neu-Belgien bezeichnet und wurde schließlich mit den Siedlungsgebieten der deutschen Volksgruppen Alt-Belgiens (Montzener und Areler Gebiet) zusammenfassend als "Deutsch-Belgien" bezeichnet.

In den 1930er Jahren war ein Teil der Deutsch-Belgier in der Heimattreuen Front vereinigt, die ein zum Teil nationalsozialistisch ausgerichtetes Programm verfolgte. Im Mai 1940 wurden die deutschsprachigen Gebiete Belgiens einschließlich Neutral-Moresnet dem Großdeutschen Reich angegliedert. Anfänglich betraf dieses nur die ehemaligen preußischen Gebiete, doch wurden schließlich auch die deutschen Gebiete Alt-Belgiens einer deutschen Zivilverwaltung unterstellt. Die Rückgliederung der 1920 von Belgien erworbenen Gebiete konnte noch unter dem Selbstbestimmungsrecht der Völker laufen, da diese nach einer äußerst umstrittenen "Volksbefragung" an Belgien kamen. Die Unterstellung der restlichen deutschsprachigen Gebiete unter die deutsche Zivilverwaltung (1942) stellte einen Bruch desselben dar, da diese Gebiete nie den Anschluss an das Dritte Reich gewünscht und angestrebt haben.

1945, nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, wurden die Gebiete erneut an Belgien angegliedert. Bis zur Erreichung der heutigen Zustände galt die deutsche Volksgruppe im Land als "Bürger zweiten Grades". Es wurde nun eine sprachliche Assimilation der Deutschen betrieben und deren Siedlungsgebiete wurden wie zuvor der französischsprachigen Provinz Lüttich zugeschlagen. Um diesem Bestreben entgegenzuwirken, gründeten die Deutsch-Belgier in den 1950er Jahren die Arbeitsgemeinschaft Ostbelgien. Diese stand nun treu zum belgischen Staat und forderte die Gleichstellung der deutschen Minderheit mit den übrigen Staatsangehörigen. 1963 wurde Belgien infolge des jahrhundertelangen Sprachenstreites zwischen Flamen und Wallonen in drei große Sprachgebiete eingeteilt, die in sogenannte "Gemeinschaften" organisiert waren:

  1. Die Niederländische Gemeinschaft umfasste das niederländische Sprachgebiet im nördlichen Belgien,
  2. die Französische Gemeinschaft umfasste das französische Sprachgebiet im südlichen Belgien und
  3. die Deutschsprachige Gemeinschaft, deren Geltungsbereich auf die Kantone Eupen und St. Vith festgelegt wurde. In diesen beiden war Deutsch ab diesem Zeitpunkt Amtssprache, das Französische gilt offiziell nur als "Hilfssprache".

Der Osten des Kanton Malmedy, wo eine starke deutsche Minderheit lebt, wurde dieser Sprachgemeinschaft nicht zugeteilt, sondern er verblieb bei Lüttich. Rechtlich bildet Ostbelgien mit seiner deutschsprachigen Minderheit einen Teil der wallonischen Provinz Lüttich. Die Lage der deutschen Volksgruppe gilt inzwischen als gesichert, zudem sich diese offen zum belgischen Staat bekennt und keinen Anschluss an die Bundesrepublik Deutschland wünscht. Politische Vertretung der Deutsch-Belgier ist die Partei der deutschsprachigen Belgier, die die Deutsch-Belgier zwar weiterhin als Teil der Deutschen Kulturnation, aber auch als integraler Bestandteil des belgischen Staates sieht.

Siehe auch Bearbeiten

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