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Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP), politische Partei in der Weimarer Republik. Träger war der NSDAV. Die Partei bestand mit Unterbrechung vom September 1920 bis zum 10. Oktober 1945. Zum Zeitpunkt ihrer Auflösung waren rund 8,5 Millionen Mitgliedsnummer vergeben worden.

Geschichte Bearbeiten

Vorgeschichte Bearbeiten

Ende des ersten Weltkrieges (November 1918) gründeten Anfang 1919 Anton Drexler und Karl Harrer in München die Deutsche Arbeiterpartei. In diese Partei trat im September des gleichen Jahres ein Verbindungsmann der Bayrischen Reichswehr ein, der gut zwei Jahre später dort die Kontrolle übernehmen sollte: Adolf Hitler. Als deren Propagandachef stieg Hitler als siebtes Mitglied des Parteigremiums in den Parteivorstand auf.

Gründung der NSDAP und Übernahme des Vorsitzes durch Hitler Bearbeiten

Auf einer Veranstaltung der DAP im Februar 1920 wurde die Partei erstmals als "nationalsozialistisch" bezeichnet und sie änderte im September des gleichen Jahres offiziell ihren Namen, nachdem Hitler den NSDAV und die NSDAP im Münchner Vereinsregister eintragen ließ. Ebenfalls im Februar 1920 ein immerwährendes Parteiprogramm angenommen, das in 25 Punkten die Politik der NSDAP widerspiegelte. So bestand in der NSDAP im Rahmen der Völkischen Bewegung ein extrem übersteigerter Deutsch-Nationalismus und damit verbunden ein radikaler Antisemitismus. Ferner wurde im Februar 1920 auch das Hakenkreuz zum offiziellen Parteisymbol der NSDAP. Dieses hatte die Partei von der österreichischen DNSAP übernommen und wurde auch von anderen völkischen und antisemitischen Gruppierungen als Kennzeichen "reiner Germanenart" benutzt. Man begann von Seiten der NSDAP rechtsnationale Freikorpseinheiten in die Partei einzubinden. Diese bildeten bewaffnete Ordnertrupps und Schlägertruppen der NSDAP.

Am 29. Juli 1921 wurde Hitler auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung zum Vorsitzenden gewählt, nachdem dieser kurzfristig aus der Partei ausgetreten war. Er erhielt nun von der Mitgliedsversammlung diktatorische Vollmachten. Die NSDAP wurde nach ihm ausgerichtet (sogenanntes Führerprinzip). Die NSDAP arbeitete eng mit anderen völkisch-nationalistischen Gruppierungen ("Völkische Bewegung") zusammen. Diese Gruppierungen einschließlich der nationalsozialistischen Bewegung beschlossen 1923, die amtierende Reichsregierung in Berlin von Bayern aus zu stürzen. Dazu sollte ein sogenannter "Marsch auf Berlin" stattfinden. Als Vorbild dazu diente diesen Kreisen der 1922 stattgefundene "Marsch auf Rom" der italienischen Faschisten unter ihrem "Duce" Benito Mussolini.

Am 8. November 1923 setzte Hitler mit Hilfe seiner SA Gustav Ritter von Kahr (Generalkommissar von Bayern), General Otto von Lassow (Oberbefehlshaber der Bayrischen Reichswehr) und den Oberst der Polizei Hans Ritter von Seißer (Chef der Landespolizei) im Bürgerbräukeller fest. Unter Waffengewalt drängte Hitler den Festgesetzten das Versprechen ab, ihn bei seinen Plänen zu unterstützen. Als wichtigster Verbündeter diente ihm der Weltkriegsgeneral Erich Ludendorff, der die Offiziere auf Handschlag und Ehrenwort zum Putsch verpflichtete. Am frühen Morgen des 9. November entschied nach fast fünfstündiger Überlegung von Kahr, dass von Seißer, von Lassow und er sich nicht von Hitler erpressen ließen. So wurde von ihnen beschlossen, den Putschversuch Hitlers niederzuschlagen.

Am 9. November 1923 zogen Hitler und Ludendorff gemeinsam mit rund 1.500 Nationalsozialisten in Richtung Feldherrnhalle. Ernst Röhm und sein 400 Mann starkes Freikorps "Reichskriegsflagge" hatten zwischenzeitlich das Wehrkreiskommando besetzt. Hitler begleitete sein persönlicher Stoßtrupp und bewaffnete Einheiten der SA. An der Feldherrnhalle wurde der Demonstrationszug von bayrischer Landespolizei und anwesenden Einheiten der Bayrischen Reichswehr zusammengeschossen. Beim Feuergefecht wurden 16 Putschisten und drei Polizisten erschossen. Von Kahr verbot die NSDAP und 1924 wurden Adolf Hitler und maßgebliche Teilnehmer zur Festungshaft und Geldstrafen verurteilt. Erich von Ludendorff wurde freigesprochen. In der Haft verfasste Hitler den ersten Band von "Mein Kampf" und beging dort seinen 33. Geburtstag.

Neugründung der Partei und ihrer Organisationen Bearbeiten

Trotz des Verbotes der NSDAP blieb die paramilitärische Sturmabteilung im Untergrund bestehen. Sie existierte im "Frontbann" Röhms weiter und wurde weiter ausgebaut. Die NSDAP selbst existierte in den völkisch-orientierten Parteien "Großdeutsche Volksgemeinschaft" und "Nationalsozialistische Freiheitsbewegung Großdeutschlands". Diese nahmen auch weiterhin an Wahlen teil. Nach fünfmonatiger Festungshaft wurde Hitler im Dezember 1924 bereits wieder aus der Haft entlassen, da ihm die restliche Strafe zur Bewehrung ausgesetzt wurde.

Am 27. Februar 1925 wurde die NSDAP wiedergegründet und nun in der ganzen Weimarer Republik reorganisiert. Aber auch in Österreich wurde ab August 1926 eine österreichische NSDAP aufgebaut. Die Partei war nun strikt nach dem sogenannten "Führerprinzip" organisiert; Hitlers Wille war das Gesetz dieser Partei. Ebenfalls wurde die SA wieder belebt und die erneut unter dem Kommando der alten Freikorpsführer stand. Bereits am 4. April 1925 wurde aus ihren Reihen eine elitäre Sonderformation gegründet. Diese hörte uneingeschränkt nur auf den Befehl Hitlers und waren auf ihn persönlich vereidigt: die Schutzstaffel, welche später zahlreiche Verbrechen begehen sollte.

Die NSDAP baute auch eine Jugendorganisation auf, die auf den Namen Hitlerjugend hörte und anfänglich der SA unterstellt war.

Anfang der 1930er Jahre zogen nach und nach zogen NSDAP-Abgeordnete in verschiedene Länderparlamente ein. Die Partei konnte aber auch seit 1930 regelmäßig in das deutsche Parlament einziehen, dem Reichstag. 1930 erhielt sie 107 Sitze, da sie 18,3 % aller Stimmen gewinnen konnten. Bei den Wahlen am 31. Juli 1932 hatte die Partei ihren ersten Höhepunkt erreicht, als sie mit 230 Sitzen oder 37,4 % stärkste Partei in Deutschland werden konnte. An dieser Stelle muss aber auch erwähnt werden, dass sich die SA-Trupps wüste Straßenschlachten mit dem "Rotfront-Kämpfer-Bund" der KPD lieferte und die Menschen damals sehr verunsichert waren.

Richtungskämpfe innerhalb der NSDAP und große Wahlerfolge Bearbeiten

Seit ihrer Neugründung bestanden innerhalb der NSDAP zwei Fraktionen. Zum einen ein linker Flügel, der unter dem Einfluss der Brüder Otto und Gregor Strasser stand. Dieser nahm zahlreiche sozialistische Elemente auf und vertrat nach außen hin einen eher antikapitalistischen und sozialrevolutionären Kurs, der die sozialdemokratisch und kommunistisch eingestellte Arbeiterschaft ansprechen sollte. So wurde vom so genannten "Strasserkreis" die Sozialisierung, das heißt, die Enteignung der Industrie gefordert. Diesem Flügel stand ursprünglich Joseph Goebbels nahe. Auf der anderen Seite existierte der rechte Flügel, der aus den Deutsch-Völkischen um Adolf Hitler gebildet wurde. Dieser Flügel beabsichtigte, das konservative Bürgertum und die nationalistisch eingestellten Industriellen an sich zu binden. Auf der sogenannten "Bamberger Führungstagung" (1926) wurden die internen Richtungskämpfe offiziell beigelegt. Doch schwellte der Gegensatz links gegen rechts noch bis zum Sommer 1934 im Untergrund weiter. So trat beispielsweise einer der Strasserbrüder 1930 aus der NSDAP aus, da er sich mit Hitler überworfen hatte. Der andere Bruder wurde im Zuge der innerparteilichen Säuberung 1934 ermordet.

1932 versprach Adolf Hitler den fast sechs Millionen Arbeitslosen Deutschlands, dass unter seiner Regierung ein jeder eine geregelte Arbeit haben würde. Und so wählten ihn und seine NSDAP auch jene Menschen, die früher eher SPD und KPD gewählt hatten und nun von diesen Parteien enttäuscht waren. Nur so lässt sich der Erfolg vom Sommer 1932 erklären. Nach und nach wurde der linke Parteiflügel seines Einflusses beraubt und war im Sommer 1934 gänzlich ausgeschaltet.

Bei den Neuwahlen am 17. November 1932 hatte die NSDAP leichten Wählerverlust, als sie nur noch 196 Sitze oder 33,1 % der Wähler erringen konnte. Auch die Mitgliederzahlen stiegen: Hatte die NSDAP 1923 deutschlandweit 25.000 Mitglieder, so waren es 1930 rund 400.000 und 1931 bereits 800.000 Menschen NSDAP-Mitglieder.

Die NSDAP bildete 1932 mit dem Stahlhelm (einem paramilitärischen Traditionsverband mit rund 400.000 Mitgliedern) und der DNVP in Bad Harzburg einen Zusammenschluss, der als "Harzburger-Front" in die deutsche Geschichte einging.

Durch geschickte Propaganda und vor allem durch das aggressive Auftreten der SA-Verbände (und den damit verbundenen Straßenschlachten mit den paramilitärischen Verbänden der Kommunisten und Sozialdemokraten) wurde am 30. Januar 1933 Adolf Hitler, als Vertreter der stärksten Fraktion, vom Reichpräsidenten Paul von Hindenburg zum Kanzler ernannt. Bei den Neuwahlen zum Reichstag am 5. März 1933 hatte die NSDAP ihren größten Erfolg bei freien Wahlen: Sie erlangte im Reichstag 288 Sitze oder 43,9 % aller Stimmen. Hitler setzte am 14. Juli 1933 durch, dass die Parteien-Neubildung in Deutschland verboten sei und die bestehenden Parteien im Zuge der staatlich verordneten "Gleichschaltung" sich aufzulösen hätten. Damit war die NSDAP die einzige erlaubte Partei in Deutschland (Staatspartei) und bereits im Januar hatte die NSDAP-Mitgliederzahl die Millionen-Grenze überschritten.

Röhm- und Juliputsch Bearbeiten

Das sogenannt "Ermächtigungsgesetz" vom 1. Dezember 1933 zementierte diesen Zustand, der bis zum 8. Mai 1945 andauerte. Die Partei überwachte und kontrollierte alle Aktivitäten der Bevölkerung. Deutschland war zu dieser Zeit quasi militärisch durchorganisiert. Jeder Haushalt wurde auf seine nationalsozialistische Gesinnung kontrolliert.

Um seine innerparteiliche Konkurrenz zu beseitigen, ließ Adolf Hitler zwischen dem 30. Juni und dem 1. Juli 1934 zahlreiche SA-Führer einschließlich des Stabschefs Ernst Röhm durch die SS ermorden. Um das Vorgehen als "Staatsnotwehr" rechtfertigen zu können, ließ er verbreiten, Röhm und seine Führungsspitze hätten einen Putschversuch gegen die nationalsozialistische Reichsregierung geplant. Im Zuge dessen wurde innerparteilich auch der linke Flügel der Partei ausgeschalten. Am 25. Juli 1934 versuchte die österreichische NSDAP ebenfalls einen Putschversuch, um die Regierungsgewalt zu übernehmen und bei dem der damalige Bundeskanzler Engelbert Dollfuß tödlich verwundet wurde. Zwar distanzierte sich die deutsche NSDAP-Führung offiziell von diesem, nahm aber geflohene Putschisten auf.

Zeit zwischen 1938 und dem Ende des zweiten Weltkrieges Bearbeiten

Am 12. März 1938 marschierte die Deutsche Wehrmacht in Österreich ein und der österreichische Ableger ging in der deutschen Mutterpartei auf. Mit Ende des Zweiten Weltkrieges am 8./9. Mai 1945 wurde die NSDAP am 10. Oktober 1945 durch die Kriegssieger verboten und aufgelöst. Durch ihre aggressive nationalistische Politik, die von Hitler und seinen Handlangern betrieben wurden, hatte die NSDAP letztendlich den Zweiten Weltkrieg mit über 60 Millionen Menschenleben und die Ermordung von fast 6 Millionen Juden zu verantworten. Im Oktober 1946 wurden die NSDAP und ihre Unterorganisationen zu verbrecherische Organisationen erklärt.

siehe auch Bearbeiten

Literatur Bearbeiten

  • Christian Zentner und Friedemann Bedürftig (Hrsg.): Das große Lexikon des Dritten Reiches, Südwest Verlag München 1985, ISBN 3-517-00834-6

Weblinks Bearbeiten


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