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Nationalbewusstsein [natsi̯oˈnaːlbəvʊstzaɪ̯n] sg., auch Nationalgefühl [nat͜si̯oˈnaːlɡəfyːl], Substantiv, Femininum. Subjektive Einstellung, bei seinem eigenen Handeln immer bewusst an die eigene Nation zu denken bzw. aus dem Bewusstsein der gemeinsamen Abstammung, Sprache, Kultur und/oder Heimat hervorgegangenes Zugehörigkeitsgefühl zu einer bestimmten Nation. Beiwort ist nationalbewusst.

Betrifft dieses Gefühl der nationalen Zusammengehörigkeit bzw. der nationalen Identität ein sogenanntes geteiltes Volk, dann entspringt aus ihm in der Regel die politische Forderung nach einem einheitlichen Nationalstaat. Das Nationalbewusstsein bzw. -gefühl darf nicht mit purem Nationalismus gleichgesetzt werden.

Das Nationalbewusstsein der Deutschen entwickelte sich vor allem ab 1770 im damaligen römisch-deutschen Reich, als dort die ersten ethnisch-kulturellen Territorialstaaten (Niederlande, Schweiz, Reichsitalien) entstanden waren und die sich de facto von dem Reich losgelöst hatten. Im 19. Jahrhundert entstand aus dem Nationalbewusstsein heraus ein übersteigerter Nationalismus, der Minderheiten und andere Nationen einer anderen unterordnete. Diese Nationalismusströmung ist heute allgemein als Chauvinismus bekannt.

Siehe auch Bearbeiten

Literatur Bearbeiten

  • Hermann Simon: Deutsche Fragen – kommentiert, Berto Verlag Bonn 1963