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Moselfrankisch

Das Gebiet des Großherzogtum Luxemburg innerhalb des Mittelfränkischen

Luxemburgisch, auch Letzeburgisch; Eigenbezeichnung Lëtzebuergesch,[1] ist seit 1984 die Nationalsprache des Großherzogtum Luxemburg. Es ist die Muttersprache der Deutsch-Luxemburger. Heute sprechen zwischen 405.000 und 410.000 Menschen diese zur germanischen Gruppe zählende Sprache.

Verbreitung Bearbeiten

Hauptverbreitungsgebiet der Sprache ist das Großherzogtum, wo es die Muttersprache von etwa 390.000 Menschen ist. Daneben wird auch an Ostgrenze der zum Königreich Belgien gehörenden Provinz Luxemburg (Areler und Bochholzer Gebiet) von etwa 15.000 bis 20.000 Menschen gesprochen. Ferner ist es in einem weiten Teil des deutschen Bundeslandes Rheinland-Pfalz (Kreis Monschau) verbreitet. Daneben wird es auch im belgischen Kanton St. Vith und im angrenzenden Deutsch-Lothringen (Frankreich), genauer im Bereich Diedenhofen, als Minderheitensprache gesprochen.

Entstehungsgeschichte und Orthografie Bearbeiten

Das Luxemburgische entstammt sprachhistorisch einer Untergruppe des Moselfränkischen und gehört damit zum mitteldeutschen Sprachgebiet. (Siehe auch: Deutsche Dialekte)

Die Sprache zeichnet sich gegenüber den mittelfränkischen Dialekten und auch innerhalb des Moselfränkischen durch einen sehr konservativen Lautstand aus, der in den anderen Dialekten heute verschwunden ist. Es verfügt damit über viele mundartliche Wörter und Redewendungen, die in den anderen Varianten des Mittelfränkischen nicht mehr bekannt sind. Auch in der Grammatik unterscheidet es sich vielfach von ihnen. Unter Karl dem Kühnen kam das Sprachgebiet des Luxemburgischen zum Herzogtum Burgund und wurde seit dem 14./15. Jahrhundert verstärkt dem Französischen ausgesetzt. Diese Sprache wurde nun bis dato die führende Sprache in Luxemburg und das Deutsch der Luxemburger sank zu einer unterprivilegierten Bauernsprache ab, die jedoch eine hohe Anzahl französischer Lehnwörter in sich aufnahm. Die gebildete deutsche Bevölkerungsschicht, alle Ämter, die Geistlichkeit sowie die Bewohner in den westlichen Landesteilen, die Welsch-Luxemburger, sprachen französisch. So gilt spätestens seit dem 19. Jahrhundert das Großherzogtum Luxemburg nicht mehr als deutschsprachiger Staat, sondern vielmehr als ehemals deutschsprachig, da es der einzige Bundesstaat des Deutschen Bundes darstellte, der offiziell frankofon war.

Über Jahrhunderte hinaus wurde das Luxemburgische jedoch nach der jeweiligen deutschen Orthografie geschrieben. Doch nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde 1948 eine völlig eigenständige Schreibung eingeführt, welche das Luxemburgische möglichst weit vom Deutschen weg positionieren sollte. Zwischenzeitlich wurde wieder eine der deutschen Orthografie angeglichene Schreibung des Luxemburgischen eingeführt.

Fußnote Bearbeiten

  1. Veraltet: Lëtzebuerger Däitsch (Luxemburger Deutsch)

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