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Kleindeutsche Idee, politisches Schlagwort aus der Mitte des 19. Jahrhunderts im Rahmen der deutschen Frage.

Geschichte Bearbeiten

Vorgeschichte Bearbeiten

Unter der Führung des Königreich Preußen wurde im damaligen Deutschen Bund am 1. Januar 1834 der Deutsche Zollverein gegründet. Dieser trat an die Stelle der regionalen Zollvereine und strebte erstmals eine einheitliche Wirtschaftsvereinigung im deutschen Sprachraum an. Der "Deutsche Zollverein" umfasste die nord- und mitteldeutschen Bundesstaaten der deutschen Konföderation und wurde von Preußen dominiert. Zweck dieses Vereins war es, das territorial zerstückelte Preußen mit seinen Nachbarstaaten wirtschaftlich zu vereinen.

Die "Kleindeutsche Idee" im Zuge der Märzrevolution 1848/49 Bearbeiten

Der "Deutsche Zollverein" war im Wesentlichen eine Vereinigung überwiegend protestantischer Staaten und wurde an der sogenannten Mainlinie begrenzt. Das bedeutete, dass die katholisch geprägten Staaten südlich davon ausgeschlossen blieben. Während der katholische Süden eher eine sogenannte Großdeutsche Lösung der deutschen Frage favorisierte, strebte der Norden eher eine Kleindeutsche Lösung unter der politischen Führung Preußens an. So lehnte der "Deutsche Zollverein" zweimal ein Beitrittsgesuch des Kaiserreich Österreich schroff ab, dass in den Jahren 1849 und 1862 gestellt wurde. In der deutschen Märzrevolution von 1848 kam es zum offenen Konflikt zwischen den Groß- und Kleindeutschen, als es hieß, den Deutschen Bund in einen deutschen Nationalstaat namens Deutsches Reich umzuwandeln. Dazu wurde in allen deutschsprachigen Bundesstaaten das erste gesamtdeutsche Parlament einberufen, deren Abgeordnete gewählt waren. Erstere, die Großdeutschen, forderten den Beitritt der gesamten Donaumonarchie und die Kaiserkrone für das Haus Habsburg. Letztere, die Kleindeutschen, forderten als Maximalforderung der deutschen Frage den Zusammenschluss der preußischen Provinzen West- und Ostpreußen sowie der deutschsprachigen Gebietsteile der Provinz Posen mit dem Deutschen Bund. Diese wurden in der Zeit zwischen 1848 und 1851 in den Bund aufgenommen. Da auch die Kleindeutschen von dem sogenannten Nationalstaatsprinzip ausgingen, sollte das Kaiserreich Österreich nur mit seinen geschlossen deutschsprachigen Gebieten aufgenommen werden. Das Königreich Böhmen und die Markgrafschaft Mähren sollte aber auch nach Willen der Kleindeutschen zum Nationalstaat gehören, da diese seit eintausend Jahren zum sogenannten deutschen Kulturboden gehören würden.

So scheiterte bereits im November 1848 bereits die Schaffung eines deutschen Nationalstaates an diesen Gegensätzen. Österreich weigerte sich, seinen Gesamtstaat zu zerschlagen und zog nun seine Abgeordneten aus der Deutschen Nationalversammlung ab. Die Kleindeutschen boten nun dem preußischen König die Kaiserkrone an, der diese jedoch schroff ablehnte. 1866 kam es infolge politischer Differenzen zum sogenannten deutschen Bruderkrieg zwischen Österreich und Preußen. Preußen und seine Verbündeten gingen siegreich aus dieser Auseinandersetzung hervor und Österreich wurde politisch aus dem damaligen Deutschland herausgedrängt. 1867 wurde der Deutsche Bund aufgelöst, an dessen Stelle trat nun der 1866 gegründete Norddeutsche Bund. Das Kaiserreich Österreich wurde im selben Jahr in eine Doppelmonarchie umgewandelt, die den Namen Österreich-Ungarn trug und eine Zerschlagung des einstigen Gesamtstaates bedeutete. Es war nun jene Situation für Österreich eingetreten, die Preußen immer gefordert und Österreich immer abgelehnt hatte.

Vom Norddeutschen Bund zum Deutschen Kaiserreich Bearbeiten

Die ausgearbeitete Reichsverfassung wurde vom Norddeutschen Bund leicht überarbeitet als Verfassung des Norddeutschen Bundes übernommen. Dieser war ein Bundesstaat in Form eines Fürstenbundes, in dem der preußische König den Vorsitz hatte. Während des deutsch-französischen Krieges traten alle süddeutschen Staaten mit Ausnahme der Donaumonarchie dem Norddeutschen Bund bei. Im Januar 1871 wurde in Versailles das Deutsche Kaiserreich ausgerufen. Zu diesem kam noch etwas später das ehemals französische Elsass-Lothringen als Reichsland hinzu. Der deutsche Reichskanzler erklärte Deutschland für saturiert und die deutsche Frage als solche für beendet. In den Augen der Großdeutschen war dieses Deutsche Kaiserreich jedoch nur ein sogenanntes Kleindeutschland. In der Folgezeit entstanden auch im Deutschen Kaiserreich den Großdeutschen nahestehende Gruppierungen, die sich schließlich als Alldeutsche bezeichneten. Im Gegensatz zu den wesensverwandten Großdeutschen traten diese für radikalere Ansprüche in Bezug auf die erneute "Sammlung deutscher Erde" an und in ihnen war eine deutliche antisemitische Tendenz vorhanden.

Siehe auch Bearbeiten

Literatur Bearbeiten

  • Imanuel Geiss: Die deutsche Frage 1806—1990, Reihe Meyers Forum, B. I. Taschen-Buch-Verlag 1992, ISBN 3-411-101512

Weblinks Bearbeiten


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