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Grossdeutsches Reich NS Administration 1944.png

Die territorialen Erweiterungen des Dritten Reiches

Großdeutsches Reich, auch Großdeutsches Volksreich, nach März 1938 entstandener Begriff. Umfasst das Dritte Reich nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich. Bis 1939 erfolgten weitere territoriale Eingliederungen.

Das Großdeutsche Reich und der deutsche Sprachraum Bearbeiten

Das Großdeutsche Reich Adolf Hitlers war zwischen 1940 und 1943 der einflussreichste Staat Europas. In ihm waren fast alle ethnischen Deutschen staatlich organisiert. Dieses Reich umfasste auf seinem Höhepunkt (1940) 894.227 km².[1][2] Davon gehörten fast 700.000 km² dem deutschen Sprachraum an. Allein die Schweizer Eidgenossenschaft und das Fürstentum Liechtenstein sowie die Walserdeutschen Siedlungsgebiete im Aostatal standen außerhalb dieses Staates.

Gliederung des Großdeutschen Reiches bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges Bearbeiten

Alles in allem besaß das Großdeutsche Reich 1940 rund 118,7 Millionen Einwohnern. Davon entfielen an Fläche und Bewohnern auf das eigentliche Großdeutschland 698.368 km² mit 93,7 Millionen Einwohnern, auf das "Protektorat Böhmen und Mähren" 48.959 km² mit 7 Millionen Einwohnern und auf das "Generalgouvernement" 146.900 km² mit 18 Millionen Einwohnern.[1]

Während des Zweiten Weltkrieg wurde von drei der späteren vier Siegermächten beschlossen, dass alle territorialen Erweiterungen des Dritten Reiches, mit der Ausnahme der Wiedereingliederung des Saargebietes (1935), völkerrechtswidrig seien. Man einigte sich untereinander auf die Formel "Deutschland in den Grenzen von 1937" und teilte dieses für den Fall eines Sieges in Besatzungszonen ein.

Tabelle mit den Gebietserweiterungen des Dritten Reiches (1938—1942) Bearbeiten

Territorium Datum Bemerkungen
Republik Österreich 13. März 1938 Der "Anschluss" erfolgte durch das völkerrechtlich nicht abgesicherte "Gesetz über die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich". (Siehe auch Ostmark)
Sudetenland 29. und 30. September 1938 In München setzte Adolf Hitler gegenüber Frankreich, Großbritannien und Italien durch, dass das geschlossen von Deutschsprachigen bewohnte Gebiet der Tschechoslowakei dem Dritten Reich zugesprochen wird (sogenanntes "Münchner Abkommen"). Besetzung des Gebietes durch deutsche Truppen ab Oktober 1938 und anschließende Grenzregulierungen im November 1938.
Protektorat Böhmen und Mähren 16. März 1939 Völkerrechtswidrig ließ Hitler die sogenannte Rest-Tschechei zerschlagen, als sich unter seinem Einfluss die Slowakei selbstständig erklärte und sich "unter den Schutz des Reiches" stellt. Die deutsche Wehrmacht marschierte im März in Böhmen ein und errichtete dort ein "Protektorat". Das bedeutete eine Abkehr des von Hitlers so oft verkündeten "Selbstbestimmungsrecht der Völker", in dem er nun ein Gebiet eingliederte, dass nicht von Deutschen bewohnt war. Hitler rechtfertigte diesen Schritt mit der Begründung, das dieses Gebiet über eintausend Jahre zum "Deutschen Reich" gehört bzw. unter "deutschem Kultureinfluss" gestanden habe. (Siehe auch deutscher Kulturraum.)
Memelgebiet 22. März 1939 Gebiet wurde von Litauen an das Dritte Reich per Staatsvertrag übertragen. Dieser wurde am 30. März 1938 vom litauischen Parlament ratifiziert. Es wurde der Provinz Ostpreußen angegliedert.
Danzig und Westpreußen 26. Oktober 1939 Am 1. September 1939 marschierte die Deutsche Wehrmacht in die Republik Polen ein und mit dem deutsch-polnischen Krieg begann der Zweite Weltkrieg. Die Freie Stadt Danzig schloss sich per "Verfassungsgesetz über die Wiedervereinigung der Freien und Hansestadt Danzig mit dem Deutschen Reich" dem Dritten Reich an. Aus Danzig und aus Teilen des ehemaligen polnischen Korridors wurde im Oktober 1939 der "Reichsgau Danzig-Westpreußen" gebildet.
Posen 26. Oktober 1939 Die ehemalige preußische Provinz Posen wurde mit einigen angrenzenden polnischen Gebieten zum "Reichsgau Wartheland" zusammengeschlossen.
Ost-Oberschlesien 26. Oktober 1939 Das 1920/21 an den polnischen Staat gefallene Ost-Oberschlesien wurde mit der deutschen Provinz Schlesien wiedervereinigt und mit einigen angrenzenden polnischen Gebieten zusammengeschlossen. Die hatten im Mittelalter zum ehemaligen Schlesien gehört. Dort kamen es zum ehemaligen Regierungsbezirk Oppeln (NSDAP-Gau Oberschlesien)
Suwałki 26. Oktober 1939 Wurde als "Landkreis Sundauen" der Provinz Ostpreußen angegliedert.
Ehemaliges Herzogtum Masowien26. Oktober 1939 Im Oktober 1939 wurden Teile der damaligen Woiwodschaft Warschau abgetrennt und kamen als "Südostpreußen" an die Provinz Ostpreußen.
Generalgouvernement Polen 19. Oktober 1939 De jure "Reichsnebenland" mit eigener Staatsangehörigkeit. De facto eine deutsche Kolonie. Umfasste "Rest-Polen". Ab 1941 stark nach Osten hin erweitert.
Deutsch-Belgien und Neutral-Moresnet 18. Mai 1940 Laut "Führererlass" in das Dritte Reich eingegliedert. Diese Gebiete wurden ohne vorherige Erklärung einer möglichen Annexion völkerrechtswidrig angeschlossen und einer deutschen Zivilverwaltung unterstellt.[3]
Elsass-Lothringen 2. August 1940 Das Gebiet war erst 1918/20 von der Weimarer Republik an Frankreich abgetreten worden. Das Elsass wurde in den NSDAP-Gau Baden, Lothringen in den NSDAP-Gau Saarbrücken eingegliedert und unterstand einer deutschen Zivilverwaltung.[3] (Siehe auch NSDAP-Reichsgau Westmark)
Oberkrain 1941 Das Gebiet wurde dem NSDAP-Reichsgau Kärnten zugeschlagen.
Südsteiermark 1941 Das Gebiet wurde dem NSDAP-Reichsgau Steiermark zugeschlagen.
Bezirk Białystok 1941 Das Gebiet wurde dem NSDAP-Gau Ostpreußen zugeschlagen.
Distrikt Lemberg 1941 Das Gebiet wurde dem Generalgouvernement Polen zugeschlagen.
Großherzogtum Luxemburg 30. August 1942 Das Gebiet wurde dem neuen NSDAP-Reichsgau Moselland zugeschlagen.

Die Oberkrain und die Südsteiermark gehörten bis zur Eingliederung zu Jugoslawien, Białystok war zuvor polnisch und Lemberg gehörte zur Sowjetunion. Dazu kamen noch zahlreiche Gebiete, die einer deutschen Militär- bzw. einer Zivilverwaltung unterstanden. Diese galten aber nach damaliger Auffassung nicht zum Großdeutschen Reich zugehörig.

Siehe auch Bearbeiten

Literatur Bearbeiten

  • Josef Wenzler: Wirtschaftliche Erdkunde, Band I Das Großdeutsche Reich, 5. Auflage 1941[4]
  • Michael Herbert Mann: Großdeutschland-Fibel, Internationaler Verlag Cesare Santoro-Berlin 1941[4]

Fußnoten Bearbeiten

  1. 1,0 1,1 Josef Wenzler: Wirtschaftliche Erdkunde, Band I Das Großdeutsche Reich, S. 72
  2. Michael H. Mann gab 1941 für das Großdeutsche Reich 823.543 km² an. (Quelle: Großdeutschland-Fibel, S. 6)
  3. 3,0 3,1 Diese Gebiete " (…) sollen nicht als besetztes Feindesland angesehen und behandelt werden", da sie "innerlich (…) mit Deutschland stets verbunden geblieben" waren.
  4. 4,0 4,1 Neu herausgegeben vom Melchior Historischer Verlag, 2011


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