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Maerz1848 berlin

Jubelnde Revolutionäre nach Straßenkämpfen am 19. März 1848 in Berlin

Großdeutsche Idee, politisches Schlagwort aus der Mitte des 19. Jahrhunderts im Rahmen der deutschen Frage.

Geschichte Bearbeiten

Vorgeschichte Bearbeiten

Den Term großdeutsch wurde vom Präsidenten der deutschen Nationalversammlung, Eduard von Simson in Umlauf gebracht. Die "großdeutsche Idee" war vor allem im katholischen Süden Deutschlands verbreitet, die traditionell mit dem damaligen Kaiserreich Österreich verbündet waren. Die Großdeutschen waren politisch von liberal bis nationalliberal eingestellt. Von Simson gebrauchte den Ausdruck "großdeutsch" während der deutschen Märzrevolution von 1848, um der Forderung der Neugründung eines Deutschen Reiches im Sinne der sogenannten Nationalitätenfrage zu beantworten. Aus dem geschlossenen deutschen Sprachgebiet sollte der deutsche Nationalstaat geformt werden. Diesem Nationalstaat namens "Deutsches Reich" sollte nicht nur Deutsch-Österreich, sondern die gesamte Donaumonarchie angehören (sogenanntes 70-Millionen-Reich). Dieser Nationalstaat sollte dann an die Stelle des bisherigen Deutschen Bundes treten. Eine Vereinigung mit der Deutsch-Schweiz schlossen die Großdeutschen aus politischen Gründen jedoch aus. Nach den Vorstellungen der Großdeutschen wäre die politische Führung beim österreichischen Kaiserhaus und damit beim katholisch geprägten Süden geblieben. Die "Minimallösung" der deutschen Frage sah eine Vereinigung der deutschen Staaten mit den preußischen Ostprovinzen und Deutsch-Österreichs vor. Dem standen die Kleindeutschen gegenüber.

Die großdeutsche Idee im 20. Jahrhundert Bearbeiten

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges (1918) kam der Term "großdeutsch" politisch wieder auf. Die Nationalliberalen und Demokraten machten diesen zu einem Schlagwort, um die Friedensverträge von Versailles und Saint-Germain revidieren zu können. So wurde die großdeutsche Idee schließlich von den Völkischen und den Nationalsozialisten aufgegriffen, die zusammen mit dem Großteil der österreichischen Parteien die Vereinigung der Republik Deutsch-Österreich und der Weimarer Republik forderten. Mit der sogenannten "Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich" und des Sudetenlandes sowie die Annexion der Rest-Tschechei unter Adolf Hitler galt die großdeutsche Idee im Grunde als erfüllt. Doch Hitler forderte immer mehr "Raum im Osten", da die Deutschen ja ein Volk ohne Raum seien und ein wahres Großdeutsches Reich noch mehr Gebiete benötigen würde. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges spielte die großdeutsche Idee politisch keine große Rolle mehr. Nur noch Parteien des sogenannten rechten Lagers in Österreich und der Neuen Rechte in der Bundesrepublik Deutschland hängen dieser völkisch geprägten Ideologie noch an.

Siehe auch Bearbeiten

Literatur Bearbeiten

  • Imanuel Geiss: Die deutsche Frage 1806—1990, Reihe Meyers Forum, B. I. Taschen-Buch-Verlag 1992, ISBN 3-411-101512
  • Nikolaus von Preradovich: Großdeutschland 1938. Traum — Wirklichkeit — Tragödie, Druffel Verlag 1987, ISBN 3-8061-1051-4

Weblinks Bearbeiten


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