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Bundesarchiv Bild 183-46248-0003, Zonengrenze zwischen Bad Sooden-Allendorf und Wallhausen.jpg

Zonengrenze zwischen Bad Sooden-Allendorf und Wallhausen

Mit der Kapitulation Deutschlands im Mai 1945 und der doppelten Staatsgründung im Jahre 1949 entwickelte sich die deutsche Teilung.

Geschichte Bearbeiten

Bundesarchiv Bild 183-1990-0924-421, Eisenach, Abriß Grenzkontrollstelle.jpg

Eisenach, Abriß Grenzkontrollstelle

Eine Grenzgesetzgebung der Deutschen Demokratischen Republik von 1952 legt bereits ein rund 5 Kilometer breites Grenzgebiet, knapp 500 Meter breit den sogenannten Schutzstreifen und die engmaschige Staffelung der DDR-Staatsgrenze fest.

Somit wurden auf dem Gebiet der DDR bereits erste Grenzmarkierungen, Sperren und Kontrollmöglichkeiten im Verlauf der Staatsgrenze angelegt. Dazu zählen Grenzgräben, Farbmarkierungen, Erdgräben über Wege und Straßen, Holzsperren über Eisenbahnlinien sowie die Errichtung eines 10 Meter Kontrollstreifens am Grenzverlauf.

Spätestens ab dem Bau der Berliner Mauer im Jahr 1961 erfolgte der planmäßige Umbau der Grenzregion nach militärischen Grundsätzen. Bis in die späten 1980er Jahre wurden nun Grenzmarkierungen, Grenzzäune/Mauern zur Sperre und Signalauslösung, Grenztürme verschiedener Bauart aus Beton, Erdbunker und ein umfängliches Wege- sowie Grenzmeldenetz errichtet.

Aber auch Beobachtungs, Horch– und Verteidigungsgräben sowie unterirdische Bunkeranlagen gehörten zum Alltag der Grenzregion. Innerhalb des Grenzgebietes entstanden die Unterkünfte der DDR-Grenzsoldaten, es handelte sich hierbei um Kasernen und Wohnanlagen für Berufssoldaten. Die deutsche Volkspolizei war mit der Grenzkontrolle des Grenzgebietes betraut, zu ihren Einrichtungen zählten u.a. Grenzkontrollpasierpunkte der einzelnen Grenzabschnitte, Postentürme sowie vereinzelt Signalzaunanlagen.

Auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland innerhalb der Grenzregion zur DDR wurden bereits ab den frühen 1950er Jahren Beamte des Bundes und der Länder zur Kontrolle und Grenzinformation eingesetzt. Es entstanden direkt am Grenzverlauf sog. Grenzinformationspunkte oder Grenzaussichtstürme. Auch wurden Markierungen der Grenzlinie mittels Holz/Kunststoffpfähle oder Farbmarkierungen errichtet. Die in den grenznahen Gemeinden befindlichen Grenzinformationsstellen ermöglichten den zahlreichen Besuchern tiefe Einblicke in den Grenzverlauf und Aufbau der DDR-Grenzsicherung.

Die westalliierten Streitkräfte (ohne Frankreich) kontrollierten den innerdeutschen Grenzverlauf mit eigenen Soldaten. Hierfür wurden an ausgesuchten Stellen Armeelager oder Aussichtstürme und Beobachtungsbunker errichtet.

Denkmalsituation Bearbeiten

Nach der politischen Wende in der DDR und der Deutschen Einheit am 3. Oktober 1990 sollten die Relikte der Grenze bis in die Tiefe des DDR-Schutzstreifens vollständig abgebaut werden. Die Erhaltung von Grenzdenkmalen war nicht vorgesehen.

Die Realität zeigt heute allerdings, daß sich in fast jedem der 58 früheren Grenzabschnitte der innerdeutschen Grenze und der Stadt Berlin Monumente der Grenzmarkierung, Grenzsperre und Kontrolle am Originalstandort und im Originalzustand erhalten geblieben sind.

Relikte die Hinweise über einen Grenzdurchbruch, Agentenschleusungen oder Erinnerungsorte aus der Zeit der Teilung stellen eine gesonderte Situation dar. Diese oberirdischen oder unterirdischen Relikte stammen aus der Zeit der Teilung in Deutschland und geben Aufschluß über das menschliche Handeln beider deutscher Staaten. Sie sind auch Teil der Abgeschlossenen Zeitspanne des Staates DDR.

Somit haben diese Grenzdenkmale, welche in einem sachlichen oder räumlichen Bezug zur DDR-Staatsgrenze, bis in die Tiefe des früheren DDR-Grenzgebietes stehen, Zeugnis- oder Quellenwert und sind für die staatliche Denkmalpflege interessant. Die staatliche Denkmalpflege unterscheidet in oberirdische Sachzeugnisse (Bau- oder Kulturdenkmale und in unterirdisch befindliche Sachzeugnisse (Bodendenkmale).

Nach eingehender Prüfung tragen alle mit der Grenzsituation befassten Bundesländer die Relikte der Teilung in die vorgesehenen Denkmallisten als Kultur/Baudenkmale ein. Im Bundesland Thüringen werden ab 2005 auch Bodendenkmale die im sachlichen und räumlichen Bezug zur deutsch- deutschen Grenzsituation stehen Staatlich unter Denkmalschutz gestellt.

Auch die Anlagen und Baulichkeiten der westlichen Grenzkontrolle und Information gehören in diese Denkmalthematik. Hier ist ebenfalls vom Sachlichen und unmittelbaren räumlichen Bezug der Denkmalrelikte auszugehen.

-> Siehe auch: Elke, Andreas und Manuel Erhard

Bundesländer Bearbeiten

Nachfolgende Bundesländer sind mit der ehemaligen innerdeutschen Grenze oder der Grenze Berlins befasst.

Schleswig-Holstein
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Brandenburg
Berlin
Sachsen-Anhalt
Hessen
Thüringen
Bayern
Sachsen


Literatur Bearbeiten

  • Grenzdenkmale in Thüringen: Vermächtnis- Mahnung- Auftrag, Dokumentation zum Denkmalschutz an der ehemaligen innerdeutschen Grenze
Familie Elke, Andreas und Manuel Erhard. Stiftungs- und Initativenverlag Schweinfurt, ISBN 978-3-9804678-1-0
  • Denkmalprofile: Dokumentation zur Denkmalforschung an der ehemaligen innerdeutschen Grenze, Daten-Fakten-Analysen
Familie Elke, Andreas und Manuel Erhard, Stiftungs- und Initativenverlag Schweinfurt, ISBN 978-3-9804678-2-7
  • Chronik von der doppelten Staatsgründung zur Deutschen Einheit
Familie Elke, Andreas und Manuel Erhard, Stiftungs- und Initativenverlag Schweinfurt, ISBN 978-3-9804678-6-5
  • Deutsche Einheit was nun?, Autobiographie zu 20 Jahren Deutsche Einheit
Familie Elke, Andreas und Manuel Erhard, Stiftungs- und Initiativenverlag Schweinfurt, ISBN 978-3-9804678-7-2
  • Elke Erhard, Andreas Erhard, Manuel Erhard: Denkmalpflege an der ehemaligen innerdeutschen Grenze - Handbuch zur Bau- und Bodendenkmalpflege. Stiftungs- und Initiativenverlag, Schweinfurt 2011, ISBN 978-3-9804678-8-9.
  • Elke Erhard, Andreas Erhard, Manuel Erhard: Denkmalforschung an der ehemaligen innerdeutschen Grenze - Historie der westlichen Landesgrenze (Band I). Stiftungs- und Initiativenverlag, Schweinfurt 2012, ISBN 978-3-9804678-3-8.
  • Elke Erhard, Andreas Erhard, Manuel Erhard: Denkmalforschung an der ehemaligen innerdeutschen Grenze - Bauliche Zeugnisse der westlichen Landesgrenze (Band II). Stiftungs- und Initiativenverlag, Schweinfurt 2012, ISBN 978-3-9804678-9-6.
  • Elke Erhard, Andreas Erhard, Manuel Erhard: Archäologische Forschungen zur Denkmalforschung - Amerikanische Feldbefestigungsanlagen bei Üchtelhausen/Bayern e-documentation. Stiftungs- und Initiativenverlag, Schweinfurt 2013, ISBN 978-3-9815712-2-6.
  • Elke Erhard, Andreas Erhard, Manuel Erhard: Einigkeit, Recht & Mord - Kriminalroman mit zeithistorischem Hintergrund. Stiftungs- und Initiativenverlag, Schweinfurt 2013, ISBN 978-3-9815712-1-9.


Weblinks Bearbeiten

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