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Ethnische Deutsche (Kurzform Deutsche), auch Volksdeutsche oder Deutschstämmige, außerhalb der deutschsprachigen Ländern lebende Deutsche. Sind strikt von den Auslandsdeutschen zu unterscheiden, da diese im Gegensatz zu den ethnischen Deutschen die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen.

Geschichte Bearbeiten

Vorgeschichte Bearbeiten

Der Begriff "Volksdeutscher" kam erstmals um 1871 auf und stand als Gegenstück zum neuen Term Reichsdeutscher. Der Begriff wurde anfänglich auf alle deutschsprachige Bevölkerungen Europas angewandt, die außerhalb des Deutschen Kaiserreiches lebten. Darunter fielen hauptsächlich die sogenannten Bindestrich-Deutschen. Als ethnische Deutsche galten damals auch die Niederländer, Flamen und die aus den Niederländern entstandenen Buren in der heutigen Republik Südafrika. Im weitesten Sinn fielen auch die Friesen als sogenannter deutscher Nebenstamm darunter.

"Volksdeutscher" als politisches Schlagwort des 20. Jahrhunderts Bearbeiten

Seit dem 20. Jahrhundert fielen nur noch die deutschsprachigen Volksgruppen darunter, die außerhalb der Schweiz, Österreichs, Liechtenstein, Luxemburgs und der deutschen Republik lebten. Politisches Schlagwort nach 1918, als große Teile der damaligen deutschen Ostgebiete und Teile der Republik Deutsch-Österreich an Nachbarstaaten abgetreten wurden. Ethnische Deutsche fühlten sich in der Regel seit Jahrhunderten dem deutschen Sprach- und Kulturraum zugehörig, waren aber Staatsangehörige anderer Staaten. Von den sogenannten "Volksdeutschen" waren die nach 1918 entstandenen Grenzlanddeutschen zu unterscheiden.

"Volksdeutscher" im Sinne des Nationalsozialismus Bearbeiten

Nach der sogenannten "Machtergreifung" Adolf Hitlers (1933) entstanden bei den ethnischen Deutschen die sogenannten Volksdeutschen Bewegungen. Diese waren stark nationalsozialistisch orientiert. Während bis zu Beginn der 1930er Jahren jeder Nachkomme eines Deutschsprachigen de jure als "Volksdeutscher" galt, stellten die Nationalsozialisten für deren Anerkennung als deutsche Volksgruppe im Ausland strenge Vorgaben. So galt bei den Nationalsozialisten de facto als "Volksdeutscher", der deutschen oder artverwandten Blutes war und der die deutsche Sprache sprechen und sich willensmäßig zur deutschen Volks- und Kulturgemeinschaft bekennen musste. Unter den Begriff "Volksdeutsche" fielen nun die unterschiedlichsten Gruppen. So wurde der Begriff unter den Nationalsozialisten auch vielfach auf die ehemaligen Kolonialdeutschen und auf die Grenzlanddeutsche pauschal ausgedehnt. "Volksdeutscher" war nun jeder Deutschsprachige, der nicht im Altreich und in der Republik Österreich lebte. In den 1940er Jahren große Rückholaktionen der Nationalsozialisten von "Volksdeutschen" ins Großdeutsche Reich.

Heutige Lage Bearbeiten

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Begriff "Volksdeutscher" in der offiziellen Politik fallen gelassen. Man sprach nun von ihnen als "ethnische Deutsche" oder "deutschsprachige Minderheit" bzw. verallgemeinert von "Deutschstämmigen". Alternativ wurden sie auch beispielsweise in der damaligen Tschechoslowakei als "Tschechen deutscher Nationalität" bezeichnet. Der Term "Volksdeutsche" wird nur noch in den Vertriebenenverbänden und in Neo-Völkischen Kreisen verwendet.

Siehe auch Bearbeiten

Literatur Bearbeiten

  • Joachim Born und Sylvia Dickgießer: Deutschsprachige Minderheiten. Ein Überblick über den Stand der Forschung für 27 Länder, Institut für deutsche Sprache im Auftrag des Auswärtigen Amtes 1987, ISBN 3-922641-39-3


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