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Engelbert Dollfuß' Kanzlerportrait

Engelbert Dollfuß (*4. Oktober 1892 in Texingtal, Niederösterreich, damaliges Österreich-Ungarn, heutiges Österreich, †25. Juli 1934 in Wien)

Kindheit und Jugend Bearbeiten

Dollfuß war ein unehlicher Sohn der Josefa Dollfuß. Über seinen Vater ist wenig bekannt, aber bekannt ist das er sehr wenig Interesse an seinen Sohn hatte. Später heiratete seine Mutter Leopold Schmutz, der sehr streng zu seinen Stief Sohn war.

1913 besuchte er das Hollabrunner Bundesgymnasium und machte dort seine Matura. Nach der Matura trat Dollfuß der Katholischen Studenten Verbindung ZF in Wien bei, wo man ihn wegen seiner Größe (1,55 Meter) den Spitznamen Laurin gab, weil Laurin der König der Zwerge war.

1. Weltkrieg Bearbeiten

1914 nach Ausbruch des 1.Weltkrieges, meldete sich Dollfuß freiwillig. Da er aber nur 1,55 Meter Groß war, wurde er abgelehnt. Doch 1915 wurde er als Kaiserschütze an der Südfront eingesetzt. Wo er es bis zum Oberleutnant und Kampanieführer schaffte. Unter anderen verdiente er sich auch eine Tapferkeitsmedaille.

Nach den Krieg und Studium in Berlin Bearbeiten

Nach dem Krieg studierte er in Berlin Rechtswissenschaften und Nationalökonomie, wo er sich auch das erste mal mit Christlicher Sozial Politik beschäftigte. In Berlin lernte Dollfuß auch ein Mädchen aus Pommern kennen. Ihr Name war Alwiene Klinke, seine zukünftige Frau mit der er 2 Kinder bekommt. Eva(*1930?-†1993) und Rudy(*1931) Dollfuß.1920 schloss er das Studium ab und bekam den Doktor-Titel.

Rückkehr nach Österreich Bearbeiten

1929 kehrte er zurück nach Österreich und trat als Sekretär der Niederösterreichischen Landwirtschaftskammer bei. Wo er als Agrarfachmann rasch Karriere machte.

Ende März 1929, stieg er bis zum Kammeramtsdirektor auf.

1931 trat er der Christlich Sozialen Partei (abgekürtzt CS. Heute Österreichische Volkspartei, ÖVP) bei und wurde von Josef Reither (damiliger Niederösterreichischer Landeshauptmann und Bauernbund Obmann) als Landwirtschaftsminister vor geschlagen, was er dann auch wurde. Am 20. Mai 1932 wurde er nach einer gescheiterten Koalitionsregierung zum Bundeskanzler gewählt.

Zeit als Bundeskanzler von 1932 bis 1934 Bearbeiten

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Situation im Parlament: SDAPÖ: 72 Sitze CS: 66 Sitze GdP/LB: 19 Sitze HB: 8 Sitze insgesamt 165 Sitze

Als Kanzler auf eine minimale parlamentarische Mehrheit gestützt, unternahm Dollfuß mit Hilfe ausländischer Anleihen (Lausanne [Schweiz], 30. August 1932) und in Kooperation mit dem faschistischen Italien Benito Mussolinis den Versuch, sich gleichermaßen gegen Großdeutsche und Sozialdemokraten durchzusetzen. Am 5. März 1933 traten alle 3 Präsidenten des Nationalrates zurück. Somit war das Parlament ohne Präsidium. Diese hätte man leicht beheben können mit einer Neuwahl, jedoch ließ Dollfuß mit Hilfe der Heimwehr, Militär und Polizei das Parlament besetzen und regierte diktatorisch durch Notverordnungen aus dem Jahr 1917 weiter.

Diktatur Bearbeiten

Am 7. März 1933 proklamierte Dollfuß die autoritäre Führung der Staatsgeschäfte, die zu einem Kampf um die Erhaltung der Demokratie in Wien führte (eingeleitet durch eine Verordnung des Staatssekretärs Emil Fey, die ein allgemeines Versammlungsverbot aussprach und die Presseorgane der Opposition unter Vorzensur stellte). Trotz einer offensichtlich sich steigernden Verschärfung der politischen Lage (vor allem durch Ernst Rüdiger Starhemberg, der Vorsitzende der Heimwehr) verabsäumte es die Opposition unter Otto Bauer, die ihr zu Gebote stehenden Kampfmittel (Generalstreik) rechtzeitig einzusetzen. Dollfuß gründete 1933 die „Vaterländische Front", die er zur staatstragenden politischen Organisation ausbaute, verbot im selben Jahr den sozialdemokratischen Republikanischen Schutzbund, die Kommunistische Partei und die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei sowie (nach den Februarkämpfen 1934) auch die Sozialdemokratische Arbeiterpartei mit allen ihren Nebenorganisationen (auch jenen, die sich ausschließlich mit Kultur und Sport befassten). Am 1. Oktober 1933 fand ein Revolver Attentat statt, dass Dollfuß überlebte. Nach den Februarkämpfen führte Dollfuß die Todesstrafe wieder ein, durch diese Änderung des Gesetzes war es dem Justitzminister Schuschnigg gestattet die Anführer der Februarkämpfe hinzurichten, um ein Zeichen zu setzen.

Ausrufung des austrofaschistischen Ständestaates Bearbeiten

Am 12. Februar 1934 übertrug Dollfuß nach der Verhaftung des demokratischen gewählten Wiener Bürgermeisters Karl Seitz die Verwaltung der Stadt Wien dem von ihm bestellten Bundeskommissär Richard Schmitz, der am 7. April 1934 zum Bürgermeister ernannt wurde. Am 30. April 1934 löste Dollfuß das bis dahin formal noch bestehende Parlament endgültig auf, am 1. Mai proklamierte er die von allen demokratischen Relikten gesäuberte berufsständisch-autoritäre Verfassung. 1934 schloss Dollfuß mit dem Vatikan ein Konkordat; durch die im selben Jahr abgeschlossenen „Römischen Protokolle" räumte er Mussolini entscheidenden Einfluss auf die österreichische Innen- und Außenpolitik ein.

Putschversuch der Nationalsozialisten und Tod Bearbeiten

25. Juli 1934, während eines nationalsozialistischen Putschversuchs wurde Dollfuß im Bundeskanzleramt von Otto Planetta erschossen. Er wurde in einem Sarkophag in der Krypta der Neufünfhauser „Christus-König"-Pfarrkirche beigesetzt (errichtet über Betreiben von Hildegard Burjan als Begräbniskirche für Ignaz Seipel, Weihe 29. September 1934; seither Seipel-Dollfuß-Gedächtniskirche benannt); die Nationalsozialisten veranlassten 1938 die Überführung des Sargs auf den Hietzinger Friedhof. Dollfuß wurde nur 41 Jahre alt.

Nachfolge und Dollfuß aus heutiger Sicht Bearbeiten

Nach seinen Tod übernahm Justitzminister Kurt von Schuschnigg am 29. Juli 1934 die Staatsführung als Kanzler. Zum Gedenken an Dollfuß ließ Schuschnigg ein Lied über ihn schreiben (ihr Jungen schließt die Reihen gut), das meistens nach der Bundeshymne folgte. Das Grab wird Heute von der ÖVP verwaltet. Dollfuß wird Heute oft als Märtyrer oder Arbeitermörder bezeichnet. Otto von Habsburg meinte „Es gibt kein anderes Land in Europa, das einen Kanzler gehabt hat, der in der Schlacht gegen Hitler gefallen ist. Darauf sollten wir auch stolz sein.“

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