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Dialekt, auch Mundart, von griechisch διάλεχτος [dialektos], ursprünglich "Sprache der Unterhaltung". Später Bedeutung von "Umgangssprache". Heute auf eine besondere oder regionale Variante des gesprochenen oder der geschriebenen Sprache innerhalb einer Standard- oder Nationalsprache.

Unterschied und Verhältnis des Dialektes zur übergeordneten Standardsprache Bearbeiten

Die Unterschiede eines Dialektes zur Standardsprache erstrecken sich über alle Ebenen wie Syntax, Lautebene, Phonologie oder Lexik. Vor allem bestehen deutliche Unterschiede in der Aussprache und Wortschatz zwischen beiden Varianten. Vielfach ist der Status zwischen Dialekt und Sprache zwischen zwei gleichberechtigten Sprachen innerhalb dieser umstritten. So wird in der Regel die kleinere Sprache von den Sprechern der größeren als deren "Dialekt" angesehen. Das betrifft vor allem die Romanischen, Germanischen und Slawischen Sprachen Europas. So wurde bzw. wird das niederländische Sprachgebiet von den meisten Deutschen als ein deutscher Dialekt angesehen. Aber auch das Luxemburgische gilt in der Sprachwissenschaft als deutscher Dialekt, während die betreffenden Deutsch-Luxemburger ihm den Rang einer eigenständigen Sprache einräumen. Dasselbe Verhältnis herrscht auch unter den slawischen Sprachen Makedonisch und Bulgarisch bzw. zwischen Kaschuben und Polen. Das Bulgarische und Polnische vereinnahmen jeweils aufgrund der extremen nahen sprachlichen Verwandtschaft die wesentlich kleineren Sprachen Makedonisch und Kaschubisch als einen "besonderen Dialekt".

Es gibt aber auch Fälle, wo sich die Sprecher einer als eigenständig anerkannten Sprache selbst als "Dialektsprecher" einer größeren verwandten Gruppe sehen. So beispielsweise die Wallonen im Königreich Belgien. Diese sprechen eine romanische Sprache, die mit dem Französischen verwandt ist. Beide Sprachen sind jedoch untereinander nicht verstehbar. Aber die Wallonen bezeichnen ihre Sprache, das Wallonisch als einen Dialekt des Französischen. Die Franzosen räumen dem Wallonischen einen Status als Ausbausprache bei.

Lage des Dialektes heute Bearbeiten

In vielen Teilen der Welt ist der reine Dialekt auf dem Rückmarsch und im Begriff auszusterben. Dialektsprecher schämen sich teilweise ihrer Sprache, die vielfach als "rückständig" gilt.[1] Im heutigen Leben nimmt die standardisierte Hochsprache einen großen Platz in der gesprochenen Sprache ein. Untereinander wird vielfach eine Umgangssprache oder "Ausgleichssprache" gesprochen, die sich eng an der Hochsprache orientiert, lautlich vom regionalen Dialekt beeinflusst ist und die gewisse Wörter und Redewendungen aus dem Dialekt aufgenommen hat. Reine Dialekte werden heute fast nur noch ausschließlich von älteren Menschen gesprochen. Innerhalb des deutschen Sprachgebietes herrscht in der Schweizer Eidgenossenschaft hauptsächlich der Dialekt vor. Die Hochsprache wird nur zur Kommunikation mit Anderssprachigen oder mit Angehörigen aus dem deutschen Sprachraum benutzt, die nicht des dortigen Dialektes mächtig sind.

Fußnote Bearbeiten

  1. "Dialekt ist falsche bzw. verfälschte Hochsprache."

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