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Deutsches Reich
Merchant flag of Germany (1946–1949)
(1946–1949)
Flag of the German Reich (1935–1945)
(1933–1945)
Flag of Germany
(1919–1933)
Flag of the German Empire
(1871–1919)


Wappen Reichsadler der Deutsches Reich (1933–1945)
(1933–1945)
Coat of arms of Germany
(1919–1933)
Wappen Deutsches Reich - Reichsadler 1889
(1889–1918/19)
Gründungsdatum 18. Januar 1871
Hauptstadt Berlin
Weitere Informationen
Nationalhymne Das Lied der Deutschen
Fläche 470 713 qkm
(31. Dezember 1937)
Deutsches Reich 1937

Deutsches Reich und die europäischen Staaten (1937)

Deutsches Reich (Abk. DR), Eigenname. Staat in Mitteleuropa, der am 18. Januar 1871 im französischen Versailles ausgerufen wurde. 1871–1918 konstitutionelle Erbmonarchie, 1918–1933 parlamentarische Republik, ab 1933 bis zur bedingungslosen Kapitulation der Deutschen Wehrmacht (1945) diktatorischer nationalsozialistischer Einheits- und Führerstaat.

1945–1955 unter Besatzungsrecht der Vier Mächte stehend, seit 1949 in zwei Teilstaaten geteilt (Bundesrepublik Deutschland, Deutsche Demokratische Republik), seine Ostgebiete unterstanden bis 1990 staatsrechtlich polnischer und russischer Verwaltung. Seit Anschluss des Zwei-plus-Vier-Vertrages (1990) mit dem dort definierten Völkerrechtssubjektes Vereintes Deutschland identisch.

Etymologie, Synonyme Bearbeiten

Dass deutsch in Deutsches Reich bezeichnet das Staatsvolk (Deutsche), indes die Bezeichnung Reich eine Anleihe des mittelalterlichen römisch-deutschen Reiches darstellt,[1] dass seit 1801 völkerrechtlich als „deutsches Reich“[2] tituliert wurde.

Chronik Bearbeiten

Infolge des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71 wird im Januar 1871 im Versailler Spiegelsaal der deutsche Nationalstaat Deutsches Reich ausgerufen. Die Proklamation des Reiches sollte der Demütigung des „deutschen ErbfeindesFrankreich dienen.
Zwischen 1880 und 1890 Erwerb zahlreicher Kolonien.

Als Spätfolge der bismarckschen Bündnispolitik erfolgte am 1. August 1914 der I. Weltkrieg als Dominoeffekt auf die Ermordung des österreichischen Thronfolgerpaares.

Am 9. November 1918 Ausrufung der Republik unter der Beibehaltung des Namens "Deutsches Reich". Dieser Staat ist heute als Weimarer Republik bekannt, welcher zwischen 1918 und 1933 bestand. 1933 Zerschlagung der Republik und Errichtung des sogenannten III. Reiches durch die Nationalsozialisten.

Ab März 1938 Expansion des Reiches im Osten Europas. So wurden beispielsweise Österreich und das Sudetenland dem Reich angeschlossen. (Großdeutsches Reich)

1945 wurde das Deutsche Reich zwischen den Siegermächten geteilt und im Osten Gebietsabtretungen an Polen und die Sowjetunion durchgeführt; Österreich wurde wieder eigenständiger Staat. Das restliche Gebiet wurde in vier Besatzungszonen aufgeteilt und der Verwaltung der Siegermächte unterstellt.

1949 Gründung der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik. Damit bestanden zwei Staaten auf dem Gebiet des Deutschen Reiches. Während sich die Bundesrepublik als Rechtsnachfolger des Deutschen Reiches betrachtete und den Alleinvertretungsanspruch für alle Deutschen erhob, betrachtete die DDR das Deutsche Reich als erloschen.

Mit der Wiedervereinigung (1990) erklärte die gesamtdeutsche Regierung die Gebietsgleichheit zwischen dem Deutschen Reich und der heutigen Bundesrepublik. Damit ist de facto das heutige Deutschland mit dem Deutschen Reich identisch.

Fußnoten Bearbeiten

  1. Helmut Berschin: Deutschland – ein name in Wandel, Kapitel „II. ‚Deutsch‘ im Reichsdeutschland“, S. 31
  2. Vertrag von Lunéville vom 9. Februar 1801