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Deutsche Volksangehörige (Kurzform Deutsche), Bezeichnung für ethnische Deutsche. Der Begriff wird vielfach mit deutsche Nationalität gleichgesetzt.

Allgemeines Bearbeiten

Die deutsche Volkstumszugehörigkeit kann nach drei Hauptkriterien festgelegt werden.

  1. Die Volkstumszugehörigkeit nach der objektiven Theorie orientiert sich nach äußeren Merkmalen. So spielen hier eine gemeinsame Abstammung, Kultur, Religion und der Wohnsitz, vor allem aber die Muttersprache in Form der deutschen Sprache als Kennzeichen der "Stammeszugehörigkeit", eine große Rolle. Man spricht hier von der blutsmäßigen Abstammung, die durch die Formel "Deutscher ist, wer von Deutschen abstammt" versinnbildlicht werden kann. Unter diesem Begriff fallen beispielsweise die deutschsprachigen Südtiroler, die bis 1919 Österreicher waren und dann Staatsangehörige Italiens wurden. Heute gilt zwar die Republik Österreich noch immer als "Schutzmacht" der deutschsprachigen Minderheit. Diese bezeichnet sich jedoch nicht als "österreichische", sondern vielmehr als deutsche Minderheit. So fußte beispielsweise im Deutschen Kaiserreich das deutsche Staatsangehörigkeitsgesetzt von 1913 auf diese Grundlage.
  2. Die Volkstumszugehörigkeit nach der subjektiven Theorie orientiert sich an dem Willen der betreffenden Bevölkerung, einem Volk oder einer Minderheit anzugehören. Entscheidend ist hier das subjektiv freie Bekenntnis. Kurz auf den Punkt gebracht, heißt dieses: "Ein Volk ist, was ein Volk sein will." So sehen sich heute die Österreicher überwiegend auch nicht mehr als deutsche Volksangehörige. Vielmehr sind sie nur noch Österreicher mit deutscher Muttersprache.
  3. Im Dritten Reich galt seit dem 29. März 1939 die gemischte Theorie. Diese wurde mit einem Runderlass (Erlass über die deutsche Volkszugehörigkeit) eingeführt und bildete den Kern der Rückführung ethnischer Deutscher aus den Staaten Osteuropas (Heim ins Reich). Dieser Runderlass bildete in der Bundesrepublik Deutschland auch die Grundlage für das Bundesvertriebenengesetz vom 19. Mai 1953. Unter § 6 heißt es: 1. Deutscher Volkszugehöriger im Sinne dieses Gesetzes ist, wer sich in seiner Heimat zum Deutschtum bekannt hat, sofern dieses Bekenntnis durch bestimmte Merkmale wie Abstammung, Sprache, Erziehung, Kultur bestätigt wird.
    2. Wer nach dem 31. Dezember 1923 geboren worden ist, ist deutscher Volkszugehöriger, wenn er von einem deutschen Staatsangehörigen oder deutschen Volkszugehörigen abstammt und sich bis zum Verlassen der Aussiedlungsgebiete durch eine entsprechende Nationalitätenerklärung oder auf vergleichbare Weise nur zum deutschen Volkstum bekannt oder nach dem Recht des Herkunftsstaates zur deutschen Nationalität gehört hat. Das Bekenntnis zum deutschen Volkstum oder die rechtliche Zuordnung zur deutschen Nationalität muss bestätigt werden durch die familiäre Vermittlung der deutschen Sprache. Diese ist nur festgestellt, wenn jemand im Zeitpunkt der verwaltungsbehördlichen Entscheidung über den Aufnahmeantrag, in Fällen des § 27 Abs. 2 im Zeitpunkt der Begründung des ständigen Aufenthalts im Geltungsbereich dieses Gesetzes, auf Grund dieser Vermittlung zumindest ein einfaches Gespräch auf Deutsch führen kann, es sei denn, er kann die familiäre Vermittlung auf Grund einer später eingetretenen Behinderung im Sinne des § 2 Abs. 1 Satz 1 des Neunten Buches Sozialgesetzbuch nicht mehr auf diese Weise nachweisen. Ihre Feststellung entfällt, wenn die familiäre Vermittlung wegen der Verhältnisse in dem jeweiligen Aussiedlungsgebiet nicht möglich oder nicht zumutbar war oder wenn dem Aufnahmebewerber die deutsche Sprache wegen einer in seiner Person vorliegenden Behinderung im Sinne des § 2 Abs. 1 Satz 1 des Neunten Buches Sozialgesetzbuch nicht vermittelt werden konnte. Ein Bekenntnis zum deutschen Volkstum wird unterstellt, wenn es unterblieben ist, weil es mit Gefahr für Leib und Leben oder schwerwiegenden beruflichen oder wirtschaftlichen Nachteilen verbunden war, jedoch auf Grund der Gesamtumstände der Wille unzweifelhaft ist, der deutschen Volksgruppe und keiner anderen anzugehören.[1]

Deutscher Volkszugehöriger im Sinne des Grundgesetzes Bearbeiten

Als deutsche Volksangehörige galten im Sinne des Artikel 116 GG alle Personen, die die deutsche Staatsangehörige waren oder als Flüchtlinge und Vertriebene deutscher Volkszughörigkeit oder als dessen Ehepartner oder Nachfahre Aufnahme in Deutschland in den Grenzen von 1937 gefunden hatten. Ferner galten alle nach dem 30. Januar 1933 zwangsausgebürgerte Personen automatisch als Deutsche, da ihre Ausbürgerung ohne völkerrechtliche Grundlage erfolgte.

Fußnote Bearbeiten

  1. Gesetze im Internet: Bundesministerium der Justiz, BVFG—Einzelnorm, abgerufen am 7. August 2011


Info Sign.png Dieser Artikel wurde, gemäß GFDL, CC-by-sa mit der kompletten History aus dem Uniformen-Wiki importiert.

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