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Deutsche Nationalsozialistische
Arbeiterpartei
Flag of the NSDAP (1920–1945)
(seit 1920)
Farbe(n) Schwarz-Weiß-Rot
Motto Deutschland erwache!
Gründungsdatum 5. Mai 1918
(de jure)16. November 1919
(de facto)
Sitz Aussig
Parteiform Arbeiterpartei
Bekenntnispartei
Kleinpartei
Rechtspartei
Ausrichtung alldeutsch
antifeudal
antikapitalistisch
antiklerikal
antimarxistisch
antisemitisch
antislawisch
großdeutsch
deutschvölkisch
nationalrevolutionär
nationalsozialistisch

parlamentarisch
sozialrevolutionär

Gliederung regional
Parteivorsitzender Rudolf Jung (1882–1945)
Stellvertreter Hans Knirsch (1877–1933)
Hans Krebs (1888–1947)
Mitglieder 100 000
(1932)
Trägerverein NSAV
Aufgelöst seit

September 1933

Eingegliedert am

1. Oktober 1933

Eingegliedert von

Sudetendeutsche Partei

Rechtsnachfolger von

Deutsche Nationalsozialistische Arbeiterpartei

Deutsche Nationalsozialistische Arbeiterpartei in der Tschechoslowakei, Geschichts- und politikwissenschaftliche Bezeichnung einer politischen Partei in der Tschechoslowakei, die zwischen Mai 1918 und September 1933 bestand und ihren Sitz in Aussig (Ústí nad Labem) hatte. Obmann war Rudolf Jung (1882–1945).

Der eigentliche Parteiname „Deutsche Nationalsozialistische Arbeiterpartei (DNSAP)“ ist innerhalb der Politikwissenschaft nicht mehr eindeutig, sodass man dazu überging, diesen mit dem Zusatz „in der Tschechoslowakei“ zu ergänzen.

Aufgrund der frühen Bindungen zum deutschen Nationalsozialismus sah die NSDAP in ihr eine Schwesternpartei, die auch als solche offiziell in den deutschen Lexika der 1930er und 1940er Jahre geführt wurde:

Deutsche Nationalsozialistische Arbeiterpartei, abgek. DNSAP., die Partei des sudetendeutschen Nationalsozialismus. Schon 1904 entstand in Deutschböhmen eine Deutsche Arbeiterpartei, hervorgegangen aus der deutschnationalen Richtung Schönerers; sie erhielt 1911 drei Sitze im österr. Reichsrat. Am 5. Mai 1918 nahm sie den neuen Namen an. Durch den Zusammenbruch der habsburgischen Monarchie wurde sie in eine deutschösterreichische Gruppe, die sich der NSDAP Adolf Hitlers anschloß, und eine sudetendeutsche Gruppe geteilt, die als Partei selbständig blieb; an deren Spitze blieben die alten Führer Hans Knirsch und Rudolf Jung. Die DNSAP. Erhielt 1929 acht Sitze im tschechoslowak. Abgeordnetenhaus, wurde aber im Okt. 1933 von der tschechoslowak. Regierung aufgelöst. –Von ihr sind die tschechischen Nationalsozialisten zu unterscheiden, die zur gemäßigten Linken gehören; sie sind die Partei Beneschs. —   Rudolf Jung in: „Der nationale Sozialismus“ (2. Aufl. 1922) und Hans Knirsch in: „Geschichte der DNSAP“ (1933), zitiert aus: „Der Neue Brockhaus“ (1938), Erster Band A–E, Eintrag: „Deutsche Nationalsozialistische Arbeiterpartei“, S. 525

1932 wurde in der Tschecholsowakei der nationalsozialistische Volkssportverband als illegaler faschistischer Kampfverband verboten und aufgelöst. Indes forderten die Parteimitglieder nach der Machtergreifung Hitlers den Anschluss des Sudetenlandes an das Deutsche Reich, was die tschechoslowakische Regierung bewog, die Partei zu verbieten. Doch kam die DNSAP einem offiziellen Parteiverbot durch einer am 4. Oktober 1933 vollzogenen Selbstauflösung zuvor. Das Gros ihrer Mitglieder wurden in die von Konrad Henlein (1898–1945) gegründete Sudetendeutschen Partei aufgenommen. Obgleich in diesem Artikel grundsätzlich von der „tschechoslowakischen DNSAP“ gesprochen wird, ist darauf zu verweisen, dass diese Partei nur im ehemaligen Böhmen und dem nunmehrigen Tschechien aktiv war. Das hier verwendete Attribut „tschechoslowakisch“ wird vielmehr gesamtstaatlich verstanden.

Parteigeschichte Bearbeiten

Ideolische Ausrichtung, Ziele Bearbeiten

Die tschechoslowakische DNSAP wird heute parteiprogrammatisch der radikalen Rechten zugerechnet, die sowohl sozialrevolutionäre als auch nationalrevolutionäre Ziele anstrebte sowie versuchte, deutschvölkische Ziele zu realisieren. Gesellschaftlich gedachte die Partei, die bestehende Gesellschaftsformen revolutionieren. Ihre Volkstumspolitik sah sie vor allem in der Stärkung des sudetendeutschen Grenzlanddeutschtums und der deutschen Sprachinseln Böhmen-Mährens. Im Grunde wandte sie die Ziele der gesamtparteilichen DNSAP regional auf Deutschböhmen und -mähren, auf Sudetenschlesien und die Sprachinseln an.

Anfänglich war die Partei nicht antisemitisch ausgelegt, doch infolge der frühen Zusammenarbeit mit der reichsdeutschen Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP), die 1919/20 begann und die stetig ausgebaut wurde, radikalisierte sich die tschechoslowakische DNSAP: So orientierte sie sich zunehmend an faschistischen Formen, sodass sie schnell als „sudetendeutsche Gliederung“ der NSDAP aufgefasst wurde.

Das im Dezember 1918 angenommene Parteiprogramm namens Deutscher Sozialismus teilte sich die Partei mit ihrer österreichischen Schwesternpartei. Stand anfänglich für die tschechoslowakische DNSAP die Rückkehr zu Österreich im Fokus, änderte sie ab 1920 diesen, als sie sich nunmehr für den Anschluss des Sudetenlandes an das Deutsche Reich aussprach.

Vorläufer/Vorgeschichte Bearbeiten

Die Gründung der Partei war eine unmittelbare Folge der Auflösung der österreichisch-ungarischen Monarchie; in der Nacht vom 30. auf den 31. Oktober 1918 die deutschen Abgeordneten im österreichischen Reichsrat beschlossen, sich zur provisorischen deutschösterreichischen Regierung („Staatsrat“) zusammenzuschließen. Das so etablierte Gremium wurde dem Sozialdemokraten Karl Renner (1870–1950) unterstellt. Die Provisorische Nationalversammlung für Deutschösterreich beschloss am 12. November 1918, dass dieses parlamentarisch und ein Teil des Deutschen Reiches sei.[1]

Eine der Wurzeln dieser Partei lag in der April 1902 gegründeten Reichsorganisation der deutschvölkischen Arbeiterschaft, von der Riehl später sagen würde, dass „die deutschvölkische Arbeiterbewegung ein Kind der Badeni-Zeit“ gewesen sei. Die Reichsorganisation war ein Zusammenschluss diverser Arbeitervertretungen, an deren Stelle der sogenannte Reichsbund deutscher Arbeitervereinigungen trat, welcher am 15. November 1903 in Aussig die Gründung einer „Deutschen Arbeiterpartei“ (DAP) vorbereitete; diese Gründungsbestrebungen gingen aber in internen Streitigkeiten unter.[2] Obgleich die eigentliche Gründung der DAP wesentlich später erfolgte, wird allgemein der 15. November 1918 als Datum der Parteigründung angesehen.

Die Geschichte der tschechoslowakischen DNSAP beginnt mit der Gründung der Deutschen Nationalsozialistischen Arbeiterpartei im April 1918, als sich die 1903 gegründete DAP umbenannte. Doch erst am 16. November 1919[3] erfolgte die offizielle Registrierung des Deutschen Nationalsozialistischen Arbeitervereins (NSAV) als Trägerverein der Partei, die damit zur juristischen Person wurde.

Obgleich die Gesamtpartei DNSAP nun in zwei eigenständige Flügel gespalten war, war diese noch bis 1926 bemüht, weiterhin als Gesamtpartei zu agierten. Doch erste Brüche zeigten sich bereits 1923, als die Partei infolge des Hitlerputsches de facto unterging, da die österreichische Partei diesen ablehnte, der sudetendeutsche Flügel diesen jedoch begrüßte.

Gründung, erste Erfolge Bearbeiten

Am 5. Mai 1918 kam in Wien es infolge der Zerschlagung der gleichnamigen Gesamtpartei zur Gründung der tschechoslowakischen DNSAP, deren Trennung vom österreichischen Flügel bis zum November 1918 vollzogen war.
Am 16. November 1919 kam es unter der Federführung Jungs, Knirsch und Krebs in Dux (Duchcov) zur „Neugründung der Partei“, die ihren politischen Schwerpunkt vom Egerland nach Brüx (Most) und Aussig. Die tschechoslowakische DNSAP zählte innerhalb des politischen Spektrums Deutschböhmens, -mährens und Sudetenschlesiens zu den sogenannten Negativisten, die die späteren Sudetendeutschen aufforderte, sich dem neuen Staat, in dem sie nun lebten, zu verweigern.[3]

Bereits kurz nach ihrer Gründung begann dieser Flügel der DSNAP mit anderen radikalen Rechtsparteien zusammenzuarbeiten, von denen die deutsche DAP (spätere NSDAP) und die DSP (welche 1922 in die erstere aufging) am bedeutsamsten waren.

Am 8. Dezember 1918 kam es in Wien, und unter Federführung des Obmannes der Deutschen Nationalsozialistischen Arbeiterpartei in Österreich, Walter Riehl (1881–1955), zur Gründung einer sogenannten zwischenstaatlichen Kanzlei des deutschen Sprachgebietes: Diese war ein loser Zusammenschluss aller nationalsozialistischen Organisationen innerhalb des deutschen Sprachgebietes und galt allgemein als deren Koordinierungsbüro, um gemeinsame Veranstaltungen und/oder Aktionen zu planen. Darüber hinaus begann die tschechoslowakische DNSAP eine politische Zusammenarbeit mit der traditionell deutschnational ausgerichteten Deutschen Nationalpartei.

Infolge des Vertrages von Saint-Germain-en-Laye wurden dreieinhalb Millionen Deutsche vom Mutterland Österreich abgetrennt. Infolge der Politisierung ihrer Annexion durch die Tschechoslowakei bürgerte sich für sie der Begriff „Sudetendeutsche“ ein, der die einstigen Selbstbezeichnungen Deutschböhmen, Deutschmährer und Sudetenschlesier bzw. Deutschschlesier ablöste. Im März 1919 kam es im Sudetenland zu mehreren Demonstrationen durch die Deutschen, die vom tschechischen Militär blutig niedergeschlagen wurden.[4]

Die tschechoslowakische DNSAP definierte sich selbst als völkisch und trat als Verfechter jener Strömungen auf, die sich für die ethnische Reinheit aller im Staat lebenden Volksgruppen einsetzten. Darüber hinaus definierte sie sich als Sammelbecken aller antimarxistischen, rassistischen, (deutsch)völkischen, antiklerikalen, antisemitischen, demokratiefeindlichen, autoritären, antifeudalen und ständisch geprägten Zirkeln und Organisationen. Die DNSAP galt bei ihren Gegnern als reaktionäre Antwort auf die technische und gesellschaftliche Modernisierung entstandenen Probleme und wirtschaftliche Erschütterungen des späten 19. Jahrhundert. Ihre Ideologie fußte vor allem auf die negativen Erfahrungen des Wiener Börsenkrachs von 1873.[5]
Es gelang der DNSAP, sich – gleich der DAP – fest in der sudetendeutschen Gewerkschaftsbewegung zu etablieren, was sie als völkisch-linke Partei erscheinen ließ.

Höhepunkte Bearbeiten

Die tschechoslowakische DNSAP war in den 1920er Jahren stets bemüht, sich der deutschen Bevölkerung als eine Partei darzustellen, die den tschechischslowakischen Staat zwar ablehnte, sich aber dennoch in dessen gesetzlichen Rahmen bewegten. Von daher propagierte sie in der Praxis einen berufsständisch-genossenschaftlichen Wirtschaftsaufbau, eine Bodenreform sowie eine demokratisch-föderative Staatspolitik der Tschechoslowakei, zu denen ein eher gemäßigter Antisemitismus trat. Der DNSAP gelang es daher, ihr politisches Gewicht durch Wahlen stetig zu steigern: 1920 errang sie im Verbund mit der Deutschen Nationalpartei 328 735 Stimmen, was etwa fünfeinhalb Prozent der Wahlberechtigten entsprach. 1925 erreichte sie 168 000 und vier Jahre später 204 000 Wähler und acht Sitze im Abgeordnetenhaus[6]. Im Zuge der Weltwirtschaftskrise von 1929 erfuhr die Partei imzuge ihrer Radikalisierung einen verstärkten Zulauf und Mitgliederzuwachs. Zudem gab sie sich immer als Vertreterin des hitlerischen Nationalsozialismus und forderte die Einbindung des Sudetenlandes in „Großdeutschland“.[7]

Am 1. März 1920 waren Vertreter der tschechoslowakischen DNSAP, namentlich Rudolf Jung, gemeinschaftlich mit Vertretern der österreichischen Schwesternpartei Teilnehmer einer in München stattfindenden Vorstandssitzung der dortigen Deutschen Arbeiterpartei, in deren Folge sie sich „Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei“ (NSDAP) annahm. Dort wurde auch beschlossen, dass das Hakenkreuz politisches Symbol der Nationalsozialisten sein würde.[8] (Bis zu ihrer Auflösung 1933 würde die tschechoslowakische DNSAP ab 1925 regelmäßig auch mit Abordnungen auf den Jahreshauptversammlungen der NSDAP vertreten sein.)

Am 7. und 8. August 1920 war die tschechoslowakische DNSAP Teilnehmerin des Deutschen Tages in Salzburg.

Krisen Bearbeiten

Die Auflösung der Deutschen Nationalsozialistischen Arbeiterpartei erfolgte zum November 1919, als an deren Stelle die gleichnamigen Parteien in Österreich und in der Tschechoslowakei traten. Beide waren bestrebt, dennoch als „Gesamtpartei“ zu agieren und stimmten viele Aktionen und Veranstaltungen gezielt ab. Auch begannen beide, mit bürgerlichen Parteien zusammenzuarbeiten: Die österreichische NSDAP mit der Großdeutschen Volkspartei (GDVP), die tschechoslowakische mit der Deutschen Nationalpartei (DNP).

Bereits Ende 1922 bzw. Anfang 1923 nahm der politische Einfluss der DNP auf die DNSAP ab, da sich die Partei ab März 1921 auf die Seite der NSDAP gestellt hatte. Ihre Vertreter, namentlich Rudolf Jung, war maßgeblich im Fusionsbestreben eingebunden, die Münchner NSDAP mit der Deutschsozialistischen Partei und der tschechoslowakischen DNSAP zu verschmelzen. Ein weiter Versuch etwas später scheiterte erneut an Adolf Hitlers Weigerung und der von diesem zum Anlass genommen wurde, aus der Partei auszutreten.
Hingegen führte der politische Kontakt der DNSAP mit der von Julius Streicher (1885–1946) geführten süddeutschen DSP, die ihr Zentrum in Bayrisch-Franken hatte, zu deren Radikalisierung und zu einem deutlichen Rechtsruck der Partei, die sich immer antisemitischer gab. Derweil sich der österreichische Flügel der DNSAP in der Tat als organischer Teil der völkischen Linken betrachtete (und von dieser auch als solcher anerkannt wurde), gab der sudetendeutsche Flügel lediglich nur noch vor, völkisch-links zu sein, obwohl er sich bereits in der radikalen Rechten verortet hatte.

Wie brüchig die zwischenstaatliche Kanzlei war, stellte sich im August 1920 heraus, als Hitler seine Teilnahme am Parteitag der österreichischen DNSAP boykottierte, da dieser ohne seine Zustimmung einberufen worden war. Gedacht war der Parteitag als Zusammenkunft deutscher Nationalsozialisten, deren Heimat Österreich, die Tschechoslowakei und Polen war.[9]
Der offene Bruch der alten österreichischen DNSAP mit der Hitlerbewegung erfolgte auf dem Salzburger Parteitag im August 1923, als der Hitlergegner Riehl als Parteichef durch Karl Schulz, einem fanatischen Hitleranhänger, abgelöst wurde. Im Zuge dessen löste Riehl bereits im September die zwischenstaatliche Kanzlei des deutschen Sprachgebietes auf. Jung, der Parteichef des sudetendeutschen Flügels, war schon lange auf der Seite Hitlers.[10]

Rolle innerhalb der nationalsozialistischen Bewegungen Bearbeiten

Am 7. und 8. August 1920 war die tschechoslowakische DNSAP Teilnehmerin des von Walter Riehl ausgerichteten Deutschen Tages in Salzburg: Der Deutsche Tag, der regelmäßig in verschiedenen Städten des Deutschen Reiches stattfand, galt als Aufmarschveranstaltung der deutschvölkischen Bewegung. In Salzburg nahmen beispielsweise rund zweihundert National- und Deutschsozialisten teil, die vor allem aus Österreich und des Sudetenlandes stammten. Nur wenige der Teilnehmer wie Adolf Hitler (1889–1945), Anton Drexler (1884–1942) oder Alfred Brunner (1871–1936) stammten aus dem Deutschen Reich. Die Parteiführer Drexler, Brunner, Jung und Riehl kamen überein, die Bildung einer nationalsozialistischen Partei Großdeutschlands mit Sitz Berlin voranzutreiben. Hitler wiederum konnte dort durchsetzen, dass auch die Deutschsozialisten die Hakenkreuzfahne als politisches Symbol übernahmen.
Im Oktober gleichen Jahres nahm Hitler als Gastredner an drei Tagungen teil, die gemeinschaftlich von beiden DNSAPs veranstaltet wurde und erklärte dort den Anwesenden die Symbolik der von der NSDAP verwendeten Hakenkreuzfahne: Rot stünde für den „sozialen Charakter“ der Bewegung, Weiß für den „nationalistischen Charakter“, derweil das schwarze Hakenkreuz für den „Sieg des arischen Menschen“ über das Judentum stünde. Gemeinsame Losung aller nationaler Sozialisten müsse daher sein: „Streng national, streng antisemitisch, streng sozial“.

Am 8./9. November 1923 erfolgte in München der Hitlerputsch, der vonseiten der sudetendeutschen DNSAP befürwortet und von der Mehrheit der österreichischen Partei abgelehnt wurde.
Nach dem sogenannten „Wiederaufbau der NSDAP“ durch Hitler (vom 25. Februar 1925 bis zum 1. November 1926) unterstellten sich Jung und seine Partei offiziell der Parteiführung in München, agierten aber regional autonom. Nach Vorbild der NSDAP stellte die DNSAP einen SA-ähnlichen Saalschutz auf, der den Namen „Volkssport“ trug und die Braunhemden der SA und deren paramilitärischen Aufbau übernahm.

1929 erfolgte die Etablierung zwei weiterer Parteigliederungen, die sich an der Hitlerjugend und am NS-Studentenbund orientierten: Die eine galt nun als Jugendorganisation der Partei und trug den Namen Nationalsozialistischer Jugendverband und die andere sollte die Studentenschaft politisch organisieren und trug den Namen Deutscher Nationalsozialistischer Studentenbund.

Mitgliederentwicklungen Bearbeiten

Während die Mitgliederzahlen der tschechoslowakischen DNSAP zwischen Mai 1918 und 1925 stagnierten, konnte sie diese bis 1925 auf rund vierundzwanzigtausend Mitglieder steigern. Bis 1930 konnte sie diese um sechstausend vergrößern. Einen massiven Mitgliederzuwachs hatte die Partei zwischen 1930 und 1932 zu verzeichnen, als sie ihre Mitgliederschaft auf etwa einhunderttausend Mitglieder ausbauen konnte.

Siehe auch Bearbeiten

Literatur Bearbeiten

Fußnoten Bearbeiten

  1. Österreichische Nationalbibliothek: Gesetz vom 12. November 1918 über die Staats- und Regierungsform von Deutschösterreich, abgerufen am 20. September 2018
  2. Michael E. Holzmann: Die österreichische SA und ihre Illusion von „Großdeutschland“, Bd. I, S. 61
  3. 3,0 3,1 Wolfgang Benz (Hrsg.): Handbuch des Antisemitismus, Bd. 5 „Organisationen, Institutionen, Bewegungen“, S. 155
  4. Michael E. Holzmann: Die österreichische SA und ihre Illusion von „Großdeutschland“, Bd. I, S. 27
  5. Michael E. Holzmann: Die österreichische SA und ihre Illusion von „Großdeutschland“, Bd. I, S. 54–55
  6. Der Neue Brockhaus (1938), Erster Band A–E, Eintrag: „Deutsche Nationalsozialistische Arbeiterpartei“, S. 525
  7. Wolfgang Benz (Hrsg.): Handbuch des Antisemitismus, Bd. 5 „Organisationen, Institutionen, Bewegungen“, S. 156
  8. Joachim Clemens Fest: Hitler, S. 183
  9. Michael E. Holzmann: Die österreichische SA und ihre Illusion von „Großdeutschland“, Bd. I, S. 73
  10. Michael E. Holzmann: Die österreichische SA und ihre Illusion von „Großdeutschland“, Bd. I, S. 74