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Deutsche, auch deutsches Volk, Deutschland betreffend. Umfasst als Oberbegriff alle ethnischen Deutschen.

Geschichte Bearbeiten

Vorgeschichte Bearbeiten

Die Deutschen gehören zu den germanischen Völkern. Ihre Vorfahren bewohnten seit 925 das Ostfränkische Reich, dass von sechs germanischen Stämmesverbänden bewohnt wurde. Diese Stämmesverbände, die Alemannen, Baiern, Franken und Thüringer bildeten anfänglich fünf Stammesherzogtümer. Der nordwestdeutsche Stamm der Friesen bildeten eine autonome Region innerhalb des fränkisch-romanischen Herzogtum Lothringen bzw. im späteren Herzogtum Niederlothringen. Innerhalb des Ostfränkischen Reiches wuchsen diese Stämme zu einem einheitlichen Volk zusammen und passten ihre germanische Sprachen infolge der bestehenden Verkehrsgemeinschaften langsam an. Nur der Stamm der Friesen nahm an dieser Entwicklung größtenteils nicht teil, sondern verblieb nun als ethnische Minderheit in einem römisch orientierten Reich bestehen. Aufgrund ihrer sprachlich-kulturellen Zusammengehörigkeit wurde das Ostfränkische Reich ab dem Jahr 1000 auch als Deutsches Reich bezeichnet. So wurde Deutscher vom 10. bis 19. Jahrhundert zur generellen Bezeichnung für den Sprecher der deutschen Sprache. Zu diesen wurden bis zu ihrer Romanisierung (Assimilierung) auch die Langobarden gerechnet, die ein oberdeutsches und der bairischen Sprache eng verwandtes Idiom besaßen.

Deutsche als Sprachnation Bearbeiten

Da die Deutschen bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts in einem übernationalen Staat namens Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation lebten, wurde es bei ihnen üblich, sich als Sprachnation aufzufassen. Mit dem Ende dieses Römischen Reiches (1806) beginnt die deutsche Frage. Mit der Schaffung eines deutschen Nationalstaates wollten die Deutschen 1848/49 von einer Sprach- und Kulturnation zu einer richtigen Staatsnation nach dem sogenannten Nationalstaatsprinzip werden. Aber es herrschte in dieser Frage ein ernster Streit um die sogenannte österreichische Frage. Die sogenannten Großdeutschen forderten die Einbeziehung der gesamten Donaumonarchie, und die Kleindeutschen nur die Teileinbeziehung Deutsch-Österreichs.

Deutsche als Staatsnation Bearbeiten

Mit der Gründung des Deutschen Kaiserreichs wurde aus dem größten Teil der deutschen Sprachnation die ersehnte Staatsnation. Doch da der neue deutsche Nationalstaat sowohl ein Über- als auch ein Unternationalstaat war, taten sich neue Probleme auf. Der größte Teil der Deutschen war zu Reichsdeutschen geworden und diese bezogen den Term "Deutscher" nun auf die Staatsangehörigkeit. Ethnische Deutsche, die nun keine deutsche Staatsangehörige waren, galten nur noch wegen ihres Volkstums als Deutsche. Diese wurden nun als Volksdeutsche bezeichnet. Unter diesem Term fielen nun die sogenannten Bindestrich-Deutschen wie die Deutsch-Luxemburger oder Deutsch-Österreicher. Doch gärte die nationale Frage im Deutschen Kaiserreich und in Österreich-Ungarn weiter. Die Alldeutschen, die in vielen Punkten den Großdeutschen nahestanden, forderten ein "maximales Großdeutschland", welches sie als Alldeutschland bezeichnetet. Dieses "Alldeutschland" sollte bis ca. 1950 nicht nur die gesamte Donaumonarchie, sowie das gesamte niederländische Sprachgebiet und die Schweizer Eidgenossenschaft als alte Territorien des mittelalterlichen Reiches umfassen.

Festsetzung der deutschen Staatsangehörigkeit und die Festlegung des Status "deutscher Volksangehöriger Bearbeiten

Deutsche, die im Deutschen Kaiserreich lebten, erhielten die deutsche Staatsangehörigkeit über die jeweilige Landesbürgerschaft und über die Elternteile. Dieses leitete sich von der ehemaligen Stammeszugehörigkeit des mittelalterlichen Deutschen ab, dass auf dem Blutrecht fußte. Deutsche, die jedoch länger als zehn Jahre im Ausland lebten, verloren diese Staatsangehörigkeit jedoch. Um diesem entgegenzuwirken, wurde 1913 das Deutsche Staatsangehörigkeitsgesetz geändert. Demnach blieben Auslandsdeutsche solange deutsche Staatsangehörige, bis sie eine andere Staatsangehörigkeit annahmen oder aus sonstigen Gründen aus ihr entlassen wurden.

Im nationalsozialistischen Dritten Reich änderte man im März 1939 den Status des deutschen Volksangehörigen ab. Deutscher war nicht mehr der, der von Deutschen abstammte. Es wurden nun auch Forderungen gestellt, die erfüllt werden mussten. Zu diesem Zweck wurden die sogenannten Deutsche Volkslisten eingeführt. In diesen wurde die Bindung eines ethnischen Deutschen zum Deutschtum schriftlich festgehalten.

Deutsche in den Nachfolgerepubliken des Dritten Reiches Bearbeiten

1945 wurde das Dritte Reich als deutscher Nationalstaat aufgelöst. Die Republik Österreich wurde 1955 wieder unabhängig. Die Österreicher fühlten sich nicht mehr als Deutsche, sondern als eigenständige Nation. Die Deutschen, die in Deutschland in den Grenzen von 1937 lebten, behielten de jure die gesamtdeutsche Staatsangehörigkeit (Reichsdeutscher) und nannten sich weiterhin "Deutsche". Aus den deutschen Ostgebieten und aus Osteuropa wurden die Deutschen größtenteils vertrieben. 1949 wurden die Bundesrepublik Deutschland und Deutsche Demokratische Republik gegründet. Bis 1968 gingen beide Staaten von einer gemeinsamen Staatsangehörigkeit aus. Doch ab diesem Zeitpunkt an hatten DDR-Deutsche eine eigenständige Staatsangehörigkeit im Form des Bürger der DDR und die Bundesdeutschen sahen ihre Staatsangehörigkeit noch als gesamtdeutsch an. Seit Ende der 1980er Jahre kam in den beiden deutschen Staaten wieder ein gesamtdeutsches Verständnis auf. Seit dem 3. Oktober 1990 bezeichnen sich die Bundesdeutschen allgemein wieder als "Deutsche", nachdem die DDR der Bundesrepublik beigetreten war.


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